Review

kurz angerissen*

Kleine Sekundenrennen und Hahnenkämpfe um verfügbare Backfische boten sich die männlichen Jugendlichen in Filmen der 50er zuhauf, und als das Drehbuch den spannungsreichen Einstieg um eine außerirdische Substanz ohne Form und Namen abrupt für einen mehrminütigen Austausch unter Halbstarken an der Ampel unterbricht, könnte man glauben, der Film habe seine eigene packende Grundidee für banale Zeitgeist-Konversation geopfert. Dabei sind diese kleinen Exkurse, die so deutlich auf die 50er verweisen, essentiell für den "Blob", der bunt wie nur wenige B-Movies seiner Zeit den Generationenwandel illustriert.

So begründet Steve McQueen in Rollen wie diesen seinen Ruf, furchtlose Draufgänger mit Schlitzohr besonders gut spielen zu können. Hinter sich zieht er eine junge Gefolgschaft, die den deutlich älteren Mitbürgern gegenübersteht - Polizisten und Ärzte beispielsweise, Amtsträger in wichtigen Funktionen. Sie müssen erst einmal vom Ausmaß der Gefahr überzeugt werden, denn sie alleine sind es, die Einfluss nehmen können auf den Kampf gegen die unbekannte Bedrohung von außen.

Beim Blob muss es sich natürlich unter Berücksichtigung des Entstehungsjahrs um eine Metapher für den am Horizont drohenden Kommunismus handeln. Heute lässt er sich auf jede Art von Furcht vor Gleichschaltung abbilden. Eine Fortsetzung in den 70ern, ein Remake in den 80ern und viele weitere Neuverfilmungspläne belegen, dass der Interpretationsspielraum eines undefinierbaren Balls aus buntem Schleim prinzipiell grenzenlos ist. Der Kosmos, den das spielende Kind in einer Masse Knete sieht, lässt sich eben auch auf eine Alien-Invasion übertragen.

Also blasen Yeaworth Jr. und Doughton Jr. die unterschätzte Gefahr, den Klumpen am Stock, über 80 Minuten zum unzerstörbaren Monstrum auf, das sich zum Finale nicht ganz zufällig ausgerechnet in einem Kino niederlässt, einem damaligen Zentrum für kulturelles Zusammentreffen. Aus der Methodik bei der Bekämpfung des Blobs kann man ebenso viel über Amerika lesen wie aus der Pointe über die amerikanische Einschätzung des großen Gegners; gleichzeitig ist "Blob" aber auch ein herrlich vergnügliches Monster Movie, das in allen Regenbogenfarben leuchtet.

*weitere Informationen: siehe Profil

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