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Sofia Coppolas "Lost in Translation" gehört zu jenen Filmen, in denen man so richtig schön versinken kann. Dezent witzig und traurig-gefühlsbetont zugleich begleitet der Zuschauer zwei einsame Menschen (Scarlett Johansson, Bill Murray) bei ihrem zeitgleichen Aufenthalt im pulsierenden Großstadtwahnsinn Tokios. Im wahrsten Sinne verloren und auf mehr schlechte als rechte Übersetzungenshilfen angewiesen treffen sich diese beiden Menschen und lernen einander kennen. Doch beide sind bereits verheiratet und dementsprechend kann es nur bei einer vorrübergehenden Freundschaft bleiben. Isoliert in einer fremden, bizarren Kultur entwickelt sich jedoch letztlich mehr als nur eine flüchtige Freundschaft.

"Lost in Translation" besticht durch eindringliche, ruhige Bilder, eine einfühlsame Erzählweise und zwei erstklassige Hauptdarsteller. Außer der Glämmerwelt Tokios hat "Lost in Translation" letztlich auch garkeine optischen Reize oder gar spannende Passagen zu bieten. Auch Action gibt es nicht. Die Erzählweise bleibt vielmehr durchgehend ruhig und konzentriert sich voll und ganz auf ihre beiden, vom einzigen und wahren Glück verlassenen Hauptakteure.

Zusammen mit einem tollen Soundtrack bekommt der für diese Art Film offene Zuschauer eine wirklich gelungene Mischung aus Gefühlen und ganz dezentem, aus den kulturellen Klüften resultierenden Humor geboten. Zur Komödie wird Sofia Coppolas kleines Meisterstück dabei nie.

Fazit: Ein wunderbarer wie einfach inszenierter Film für kalte Winterabende, in dem man einfach so richtig schön versinken kann.

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