Review

Schön, dass es auch im amerikanischen Independent-Kino wieder was zu entdecken gibt. Vom Film des Jahres zu sprechen ist mit Sicherheit zu früh, eine Platz unter meinen persönlichen Top-15 des Jahres 2004 wird er mit Sicherheit einnehmen.

Erstaunlich, das die lütte Coppola schon so weit ist. VIRGIN SUICIDES war ja schon ein recht gelungener Film, aber bei LiT trieft aus jeder Faser Reife und Selbstbewusstsein. Bill Murray ist der Hammer. Die Rolle seines Lebens. Zwischen zynischer Lockerheit und wirklich ergreifender (ICH spreche hier vom AMERIKANISCHEM Kino) Verletzlichkeit ist seine Spielanlage nuancenreich und vielschichtig. Die kleene Johansen macht ihre Sache auch sehr gut und glaubwürdig, verblasst aber gegen Murray.

Ein Film, der sich gottseidank allzu vieler modische Sperenzchen enthält, nicht mit der üblichen
15-Jährige-sind-ganz-doll-traurig-und-allein-Indie-Mucke aufwartet, ein Schnittgewitter erspart und gottseidank keine nervige Handkamera aufweist. Die Inszenierung ist klassisch und unauffällig. Die Gesichter erzählen die
Geschichte, die eigentlich keine ist. Denn es passiert über 90 minuten....GAR NICHTS.
Dieses GAR NICHTS ist aber so fesselnd und wahr und lebensnah und glaubwürdig und schön und belanglos und traurig und lustig undundund... dass eseine Freude ist.

Zusätzlich war ich noch höchstbegeistert, dass der Lieblingssong einer meiner damaligen 80s-Lieblingsbands das Finale ziert: Just like Honey von THE JESUS AND MARIE CHAIN.

Den Film bitte auf jeden Fall im Original schauen, alles andere wäre eine Sünde.

9/10 Punkten

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