Die Ausgangslage mag einem nur allzu vertraut erscheinen: Eine Forschungsstation im eiskalten Nirgendwo, ein überschaubares Team und eine Bedrohung von außen. Wer dabei an Carpenters „The Thing“ oder eben „Das Ding aus einer anderen Welt“ denkt, liegt dabei goldrichtig. Fragt sich, ob Regisseur Jesse Palangio eine Hommage oder ein Plagiat schaffen wollte.
Eine Exkursion von zwei Wissenschaftlern endet für einen tödlich. Während die unter Schock stehende Marie zur Forschungsstation gebracht wird, rätseln die Anwesenden um Luke und Sebastian, wer oder was den Wissenschaftler in der Abgeschiedenheit enthauptet haben könnte. Indes erholt sich Marie, doch die scheint nicht mehr dieselbe zu sein…
Der Titel macht dem Inhalt gar keine Ehre: Es gibt allenfalls eine Handvoll Gewalteinlagen mit etwas Blut und noch weniger Außenaufnahmen mit Schneelandschaft, da sich der meiste Teil der Erzählung in den eher spärlich ausgestatteten Räumen der Station abspielt. Dies schürt zwar in der zweiten Hälfte ein paar klaustrophobische Momente und ab und an schimmert die eiskalte Umgebung ein wenig durch, doch auf Dauer herrscht hier eher so etwas wie Lagerkoller.
Leider erscheint kaum eine Figur sympathisch, was nicht nur an den allenfalls mittelmäßigen Mimen und der miesen Synchro liegt, da die Charakterisierungen vom Nerd über den Alkoholiker bis zu dem Sensiblen recht oberflächlich bleiben. Vom Professor weiß man nicht, was ihn als solchen auszeichnet und man erfährt auch nie, was die eigentlich fremden Forscher während ihrer Außenexpedition ursprünglich so geheimes gesucht haben. Aber auch als Marie, die ursprünglich nur französisch sprach und nun makellos englisch spricht und plötzlich einen überdurchschnittlichen Hunger empfindet, gerät das Treiben nur in Ansätzen spannend.
Etwaige Schauwerte bleiben komplett aus, Konfrontationen enden maximal mit einem Kehlenschnitt oder einem Messer im Oberschenkel, während die nachgelieferten Erklärungen einerseits nur allzu vertraut erscheinen, doch andererseits kaum Details liefern.
Auch das eigentlich pfiffige Ende ist lediglich eine Anlehnung an oben erwähnten Klassiker.
Bei alledem erscheint die Laufzeit von 115 Minuten deutlich zu aufgeblasen, zumal sich zwischenzeitlich recht wenig ereignet und die Figuren eben nie genug in Beschlag nehmen. Zwar ist der Score tauglich und die Sounduntermalung in Ansätzen passabel ausgestattet, doch in Sachen Schauwerte, Suspense oder gar Action wird man hiermit nicht glücklich.
3,5 von 10