Review

Was dieser Film NICHT ist: Eine buchstabengetreue Literaturverfilmung des (wundervollen) Romans von Milan Kundera. Philip Kaufman denkt gar nicht daran, die verschachtelt erzählte Philosophie der Vorlage sklavisch in einen mühsamen Arthousefilm umzusetzen. Er konzentriert sich stattdessen lieber auf den Geist des Romans, auf seine Aussage, und darauf, die Stimmung wiederzugeben – Die Stimmung des Romans, aber auch die Stimmung in Prag im Frühjahr und Sommer 1968. Was mit einer erstaunlichen Leichtigkeit dazu führt, dass DIE UNERTRÄGLICHE LEICHTIGKEIT DES SEINS ein Film über Gefühle ist. Darüber, Gefühle zu unterdrücken oder sie zuzulassen. Ein Film darüber, zu seinen Gefühlen zu stehen und sie zur Maxime des eigenen Handelns zu machen. Darüber, sich nicht zum Sklaven der Erwartungen anderer zu machen, sondern zu sich und seiner eigenen Haltung zu stehen. Ein Film über das Fortgehen und über das Ankommen. Ein Film über Liebe und Tod, über Hoffnungen, Enttäuschungen und freudige Überraschungen. Über Sex, Zärtlichkeit, und über die Verwechslungsgefahr dieser Dinge. Über Schweine und Hunde. Über Russen und Schweizer. Und vor allem: Ein Film der ganz großen Gefühle. Nichts zum alleine schauen, sondern zum zu zweit genießen und diskutieren. Und zum hinterher voller Lust übereinanderherfallen …

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