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Mit der Umsetzung von "Kill Bill" erfüllte sich Regisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino einen langersehnten Traum. Schon viel früher sollte mit dem Dreh begonnen werden, doch Hauptdarstellerin Uma Thurman war zu dieser Zeit schwanger. Tarantino selbst ist ein absoluter Fan des 70er Jahre Eastern Kinos, daher erscheint vor Beginn des Films erst einmal das Shaw Brother Logo. Circa 55 Millionen Dollar ließ sich Tarantino die beiden Teile kosten. Erst sollte es ein langer Film werden, doch dann wäre "Kill Bill" mit crica vier Stunden Lauflänge in die Kinos gekommen, zudem konnte man so doppelt abkassieren. Die Produktion übernahmen neben Tarantino selbst die Gebrüder Weinstein.

An ihrem Hochzeitstag wird "Die Braut" (Uma Thurman) von einem Mörderkommando, angeführt von ihrem ehemaligen Liebhaber Bill (David Carradine), ermordet. Allerdings überlebt sie den Kopfschuss und liegt vier Jahre im Koma. Nach dem Erwachen hat sie nur einen Gedanken, nämlich Rache. Sie will sich an allen Beteiligten rächen, als erstes steht O-Ren Ishii (Lucy Liu) auf ihrer Todesliste. Mit einem Samuraischwert des Künstlers Hattori Hanzo (Sonny Chiba) macht sich die wütende Braut auf die Jagd, so lange bis sie sich zu Bill vorgearbeitet hat.

Die Story ist denkbar einfach, besser ausgedrückt nur ein Aufhänger. Es geht nur um die persönliche Vendetta der Braut, ohne großartige Wendungen oder Überraschungen, aber mit ordentlich Tempo. Wie schon in seinem Meisterwerk "Pulp Fiction" teilt Tarantino seinen Film in Episoden auf, welche alle durcheinander erzählt werden, aber immer einen Sinn ergeben und als Zuschauer findet man auch immer gleich den Anschluss wieder. O-Ren Ishii´s Geschichte wird sogar als Zeichentrick erzählt und Teile des finalen Kampfes sind schwarz weiss. Sehr viel erinnert einen hier an die 70er Jahre, ganz besonders der Score, welcher genauso abwechslungsreich wie gelungen ist. Die Kulisse präsentiert sich meist sehr bunt, fast schon hipp gestylt. Um seinen Lieblingsfilmen ordentlich Tribut zu zollen hat Tarantino Stars wie Sonny Chiba geholt. "Die Braut" darf im Bruce Lee Kampfanzug herumlaufen, die ganzen Kämpfe sind total übertrieben und man bewegt sich, zumindest in Vol. 1; größtenteils in Japan. Authentisch, immer ein bisschen altmodisch in Szene gesetzt, mit toller Ausstattung und vielen Schauwerten.

Die Kämpfe trägt man hier fast nur mit dem Schwert aus und das Blut darf hübsch übertrieben gleich säulenweise spritzen. Dutzende von Gliedmaßen werden blutig abgehackt, ganz besonders im finalen Kampf gegen die 88. Die Choreographien sind wirklich erste Sahne und schön brutal. Mit herkömmlichen Schusswaffen wird hier kaum hantiert, man beschränkt sich auf Messer, ältere Waffen, oder den guten Old School Stil. Neben der vielen Action hat der Film auch kleinere Durchhänger und ist für meinen Geschmack zu langsam erzählt. Allein die Sache mit dem Samuraischwert ist viel zu lang geraten und manchmal arten Dialoge in puer Geschwätzigkeit aus (das Übel des zweiten Teils). Man vermisst auch ein bisschen den Pepp und bösen Humor früherer Tarantinofilme. Den Darstellern kann man in keinster Weise einen Vorwurf machen. Uma Thurman ist wie geschaffen für die Rolle des Racheengles, obwohl ich ihr dies nicht zugetraut hätte. Auch sonst ist massenhaft Prominenz mit an Bord wie Lucy Liu, David Carradine, Daryl Hannah, Vivica Fox. Sonny Chiba usw.

Ich habe mehr erwartet von "Kill Bill", wurde aber auch nicht enttäuscht. Das Anschauen lohnt, allein wegen Tarantino´s einmaligen Stils. Seine frühere Form erreicht er jedoch nicht.

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