Ums kurz zu machen: Kill Bill ist ein Meisterwerk.
Um auf die Frage einzugehen die viele stellen werden: Nein, Kill Bill ist nicht besser als Pulp Fiction.
So, nun aber mal von Anfang an:
Story (nur von Vol. 1):
Die "Braut" (Uma Thurman) gehört einer Elitegruppe von Killern an, angeführt von Bill. Sie will aussteigen und ihren Verlobten heiraten, von dem sie ein Kind erwartet. Doch bei der Hochzeit passiert das Schlimmstmögliche: Bill und seine Killer (Lucy Lui, Vivica A. Fox, Daryl Hannah, Michael Madsen) stürmen die Hochzeit. 9 Gäste sterben (darunter auch ihr Verlobter), Bill jagt der Braut eine Kugel in den Kopf.
4 Jahre später: Die Braut hat überlebt und erwacht aus dem Koma. Nachdem sie aus dem Krankenhaus ausgebrochen ist macht sie sich auf den Weg zu dem berühmten ehemaligen Schwertschmied Hanzo (Sonny Chiba), der ihr ein Katana schmiedet. Mit diesem begibt sich die Braut nun auf einen Rachefeldzug, die erste auf ihrer Liste: O-Ren Ishii (Lucy Lui)
Fazit (enthält vielleicht den einen oder anderen Spoiler):
Ich hatte sehr hohe Erwartungen an den Film, was ja bei Tarantino kein Wunder ist. Kill Bill ist aber noch besser geworden als ich mir erhofft habe. Das liegt in erster Linie natürlich an Tarantino, der es wieder einmal geschafft hat, eine eigentlich "alte" Story interessant zu machen und mit genialen Dialogen zu spicken (I want him to know what I know. I want him to know I want him to know). Außerdem zeigt er sein Talent als Regisseur in zahlreichen sehr guten Regieeinfällen. So ist der Film, der in Kapitel unterteilt ist die nicht in chronologisch richtiger Reihenfolge ablaufen, auch visuell ein Geniestreich. Eines der Kapitel wird als Anime erzählt, einige Szenen sind in s/w. Dass die Musikuntermalung wie bei allen Tarantinofilmen wieder einmal skurril und spitze zugleich ist, dürfte sich inzwischen von selbst verstehen.
Zum anderen liegt das auch an Uma Thurman:
Man merkt einfach, dass ihr die Rolle auf den Leib geschrieben wurde (wegen ihrer Schwangerschaft verschob Tarantino ja sogar die Dreharbeiten). Sie legt eine sehr gute schauspielerische Leistung hin (aber auch die anderen Darsteller agieren durchwegs gut). Zudem musste Uma für den Film japanisch lernen, da sehr viel japanisch gesprochen wird. Besonders die Szene im Auto in der Tiefgarage des Krankenhauses blieb mir Aufgrund der Leistung von Uma im Kopf.
Nun zum Gewaltgrad von Kill Bill: Dieser ist, wie bereits angekündigt, sehr hoch, vielleicht ist Kill Bill sogar einer der brutalsten westlichen Actionfilme. In den Kampfszenen spritzt literweiße Blut und zigfach fliegen Gliedmaßen durch die Gegend. Seinen Höhepunkt erreicht die Gewalt aber in dem besagten Animekapitel, in dem es aber auch, in Verbindung mit einer sehr brutalen Szene, zu einer wunderbar makaberen Kameraeinstellung kommt. Mehr will ich hier aber nicht verraten.
Ebenfalls bereits klar ist ja, dass die beiden Filme, da sie ursprünglich als ein Film geplant waren, durch einen Cliffhanger getrennt sind. Dieser fällt meiner Meinung nach aber auch sehr gut aus: er macht Lust auf Vol. 2, lässt einen aber nicht ganz so fallen wie z.B. das Ende von Matrix Reloaded. Allerdings ist der letzte Satz doch sehr überraschend. Auch hier will aber nicht mehr verraten.
Ich gebe auf jeden Fall 10/10. Ich kann aber auch gut verstehen, dass es Leute geben wird denen der Film kein bisschen gefällt, was sicher am sehr hohen Gewaltgrad liegt. Es gehört auf jeden Fall dazu, dass man sich durch Gewalt im Film unterhalten lassen kann. Habt ihr diese Eigenschaft sehe ich keinen Grund, warum ihr euch dieses Meisterwerk entgehen lassen solltet.
Achja, ich habe am Anfang geschrieben Pulp Fiction wäre besser. Dies hat zwei Gründe:
- Die Dialoge reichen leider nicht an Pulp Fiction heran
- Da Kill Bill ein Zweiteiler ist, ist es schwer schon jetzt ein komplettes Urteil zu fällen. Nach Vol. 2 kann sich meine Meinung also noch ändern.