Review

Vier Killer massakrieren eine ganze Hochzeitsgesellschaft; nur „Die Braut“ das eigentliche Ziel überlebt und liegt vier Jahre im Koma. Als sie erwacht macht sie sich auf einen Rachefeldzug gegen die Killer und vor allem deren Auftraggeber ihren ehemaligen Boss: Bill.

Das ist schon ein Großteil der für einen Tarantinofilm ungewöhnlich schmal ausgefallenen Handlung. Auch auf eines seiner sonstigen Markenzeichen die lustigen Dialoge über Belanglosigkeiten wartet man vergebens. Hier wird wenig geredet und dafür steht die Action umso mehr im Vordergrund was bei Tarantino ja eher ein Umkehren der bisherigen Zustände entspricht. Nur im Mittelteil des Filmes geht es etwas ruhiger zu. Sonst enthält der Film alles was man von Tarantino erwartet: Skurrile Charaktere, die berühmte Kameraeinstellung aus dem Kofferraum, Einteilung in einzelne Kapitel, absolut genialer 60ties Soundtrack und jede Menge sonstige Stilmittel. Und die hat er hier wirklich ausgereizt: Die Handlung macht immer wieder Sprünge in der Zeit (wen auch bei weitem nicht so verwirrend wie bei Pulp Fiction), der Film wechselt teilweise in schwarz weiß oder gar in einen Comic und zeigt Kämpfe nur als Schattenspiel. Und das ganze ist Tarantino typisch natürlich vor allem eines: Stylisch und verdammt cool. Das macht er gleich von Anfang an Klar denn der Film beginnt mit dem Zitat eines Klingonischen Sprichwortes.
Auch für seine rohe Gewaltdarstellung ist er ja durchaus bekannt und davon gibt’s hier reichlich vor allem am Ende. Das blut spritzt hier wirklich Meterhoch und literweise. Wobei das ganze derart überzeichnet ist das nicht wirklich brutal wirkt. Der ganze Film wirkt streckenweise wie ein realer Comic. Andere Stellen erinnern eher an Tragödien. Und gerade durch diese übergangslosen Stilwechsel ist der Film über seine gesamte Länge äußerst unterhaltsam. Wobei der Film abgesehen vom großen Kampf(besser Gemetzel, denn hier fliegen die Körperteile reihenweise durch die Gegend) ohne große Höhepunkte abläuft.
Es finden sich auch jede Menge Anspielungen auf das Asiatische Kung Fu Kino von denen die Auffälligste wohl der Motorradanzug von Uma Thurman ist der exakt das Design von Bruce Lees Kampfanzug aufgreift. Man sollte sich auch darauf einstellen das ein längerer teil des Films daher auch mit Untertiteln und in "Orginalsprache"(sprich: Japanisch) abläuft.
Die Schauspieler können auch durch die Bank überzeugen auch wenn diesmal kein so großes Staraufgebot zu finden ist. Absoluter Mittelpunkt der Geschichte ist natürlich Uma Thurman. Einige andere Schauspieler (ua Michael Madison) kommen hier nur ganz am Rande vor da wird dann wohl der zweite Teil mehr zeigen. Und auch nachdem man diesen gesehen hat wird es möglich sein die Handlung vollkommen zu bewerten(wobei die auch weiterhin keine allzu große Rolle spielen dürfte).
Dieser Film ist mit Sicherheit kein weiterer Kultfilm. Und auch viele Anhänger der bisherigen Filme von Tarantino dürften sich vor den Kopf gestoßen fühlen denn dieser Film ist doch deutlich anders als die Vorgängerfilme. War Jackie Brown sein letztes Werk noch eher ruhig und erwachsen so ist hier genau das Gegenteil. Tarantino tobt sich hier in Sachen Gewalt und Stilmix wirklich ordentlich aus. Und auch der Trailer ist mehr als nur eine Mogelpackung denn da wirkt das ganze wie eine müde Matrix-Hochglanzkopie und davon ist der Film nun mal wirklich meilenweit entfernt. Um an dem Film wirklich Spaß haben zu können muss man schon schwarzen Humor haben und eben den ganz speziellen Stil des Filmes mögen der ein bisschen eine Mischung aus From Dusk till dawn, Kung Fu und Gangstermovie ist. Der Film wird sicher nicht den großen Erfolg haben den viele vielleicht von Tarantino erwarten den dafür ist er wohl wegen seiner expliziten Gewaltdarstellung und des eigenen Humors nicht Massenkompatibel genug. Jeder Tarantinofilm bringt auch mindestens ein Lied hervor dass ganz eng mit dem Film verbunden wird. Hie dürfte das wohl von Nancy Sinatra: „Bang, Bang, my baby shot me down“ sein dass an einer mehr als nur passenden Stelle vorkommt.

Fazit:
Bis ins Letzte durchgestylter Kung-Fu-Rache-Gangster Comic-Strip der nur so überquillt vor Stilmitteln und über seine gesamte Länge sehr gut zu unterhalten weiß. Unterlegt wird das ganze mit äußerst kultiger und grooviger 60ties Sound.

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