Review

Hack- und Schlitzgeschichten...

Hallo, Kinder!
Ich bin der Silvan und heute, da besprechen wir mal nen Film.
Also der Mann dort, der so hektisch Fragen von Journalisten beantwortet und mit den Armen wedelt, grinst, lacht und wiehert, das ist der Quentin Tarantino!
Der Quentin, der ist Regisseur und das sind Leute, die Filme drehen.
Gerade hat er wieder einen Film fertiggemacht und weil er so fleißig war, ist der gaaanz lang geworden und da hat sein Chef, der Herr Weinstein gesagt, da machen wir gleich zwei Filme draus, da kann man viel Geld mit verdienen.
Und jetzt gibt es den ersten Teil davon in unseren Kinos.
Den dürft ihr zwar nicht sehen, weil er keine Jugendfreigabe erhalten hat, aber das macht nichts, denn auf der Playstation habt ihr viel, viel Schlimmeres gespielt.
Klingt seltsam, ist aber so!

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, warum der Quentin so hektisch ist.
Der ist auch nicht wirklich hektisch, der freut sich.
Naja, ein paar Joints hat er auch geraucht, aber wer hat das nicht? Ihr etwa?
Der hatte nämlich lange keinen Job, wie euer Papa und eure Mama und mußte dann in einer Videothek arbeiten. Und da hat er gaanz viele Filme gesehen und die meisten davon fand er ganz toll, sogar die, die sonst keiner toll fand. Weil er die nämlich gerade aufregend fand.
Und später, als er dann selbst Filme drehen konnte, hat er sich an die ganzen Filme erinnert und packt alles, woran er sich gern erinnert, in seine Filme hinein. Zitieren heißt das.
Das hat er auch hier gemacht. Kampfsportfilme hat er da eingebaut, Filme wo Leute Rache nehmen, dann auch Ideen aus Italowestern und ziemlich brutale Filme, wo Blut fließt.
Weil das aber insgesamt sechs Jahre gedauert hat, ist er jetzt so froh, daß sein Film fertig ist.

Leider gibt es da noch die Leute, die die Zeitungen machen, die Journalisten. Die gucken sich die Filme an und sagen uns dann, was wir davon zu halten haben. Und die mochten den Film nicht alle. Manche haben gesagt, der Film sei ohne Sinn und Verstand und habe ganz viele brutale Szenen. Anderen fehlten die tollen Gespräche, Dialoge sagt man dazu, die der Quentin früher immer geschrieben hat, dafür kämpfen jetzt die Figuren in dem Film mehr miteinander.
Und einigen war das alles zu einfach und viel zu übertrieben.

Aber der Quentin will doch auch nur seinen Spaß haben und deswegen macht er die Filme auch immer ein wenig für sich selbst. Kann sein, daß er etwas über die Stränge geschlagen hat, aber dafür ist der Film ganz schön bunt geworden.
Er hat aufgepaßt, daß immer was los ist und das die Musik gut zu den Bildern paßt und die brutalen Szenen, die hat er ganz interessant gefilmt und sie wirken jetzt gar nicht wie im wirklichen Leben, sondern wie ein Comic. Verfremdung sagt man dazu, ihr würdet bestimmt „cool“ sagen, oder „fett“. Und ja, so sieht der Film am Ende aus, richtig cool fett.

Außerdem sollen die unfreundlichen Leute auch alle gar nicht meckern, denn man merkt ganz deutlich, daß Quentin den Film gemacht hat und kein anderer.
Die Musik ist nämlich ganz seltsam und witzig, dann erzählt er auch nicht alles in der richtigen Reihenfolge wie schon mal, die Figuren dürfen ganz viel fluchen wie immer und er hat auch gemerkt, daß zu viele von diesen witzigen Gesprächen auf die Dauer ganz schön öde sein können.
Davon hatte er nämlich in seinem letzten Film zu viele und alle sind eingeschlafen und einige wollten den gar nicht gucken.
Natürlich passieren da Dinge, die wollen sich manche Leute vielleicht nicht angucken, wie Schüsse in den Kopf oder abgehackte Arme und Beine, rausgerissene Augen und abgeschlagene Köpfe. Und hektoliterweise Blut.
Den Leuten wird schlecht davon und das passiert manchmal.
Die sollen dann aber auch nicht in diesen Film, der heißt übrigens „Kill Bill“, sondern auf ein PUR-Konzert.
Klingt schrecklich, ist aber so!
Ihr werdet euch jetzt natürlich den Film saugen, so wie immer und dann in der Schule tauschen, aber das ist ganz in Ordnung so, ich bekomme nämlich Provision von Miramax.

So, der Quentin ist jetzt fertig mit seinem Interview und will weg.
Deswegen muß ich jetzt auch Schluß machen, denn ich will ihm unbedingt noch einen dicken Schmatzer dafür geben, daß ich den Kinosommer 2003 dank ihm vergessen habe.
Ihr seid jetzt zwar alle am Sabbern, aber das kann man ja wieder wegwischen gehen, jetzt kommt nämlich erst mal ne Maus... 9/10.

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