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Während ihrer Hochzeit wird "die Braut" Opfer eines Anschlags ihres Bosses Bill und dessen Schergen. Im Gegensatz zu dem Rest ihrer Gäste kommt sie jedoch nicht ums Leben, sondern fällt für vier Jahre ins Koma. Wieder erwacht, hat sie nur noch einen Gedanken: Rache für das, was man ihr angetan hat. Sie stellt eine Liste der Personen zusammen, die für das Attentat verantwortlich waren und macht gnadenlos Jagd auf diese...

Wieder einmal hat Quentin Tarantino es geschafft, einen Film abzuliefern, den niemand von ihm erwartet hätte. Nach dem extrem komplexen "Jackie Brown" wirkt "Kill Bill" wie ein real gewordener Manga mit eindeutigen Anleihen beim Italo - Western. Dabei lebt er weniger von einer einfallsreichen Handlung, als vielmehr von der extrem rasanten und unterhaltsamen Inszenierung.
Hat man erst einmal die ersten knapp zwanzig wirklich heftigen Minuten überstanden, erwartet einen ein Comic - Strip, wie er im Buche steht. Der Rachefeldzug der "Braut" gerät nämlich zu einer unglaublich interessanten Mixtur aus originellen Filmzitaten. Wie eingangs schon erwähnt wäre da die eindeutige Parallele zu den japanischen Animes, besonders, was die völlig übertriebene, comichafte Gewalt angeht. Diese Tendenz wird gemischt mit Stilmitteln des Italo - Westerns. Was auf den ersten Blick rein gar nicht zusammenzupassen scheint, funktioniert auf der Leinwand jedoch hervorragend.
Einen großen Verdienst dabei hat, wie in vorangegangenen Tarantino - Filmen wieder einmal die Auswahl der Musik, die jede Szene wirklich hervorragend untermalt.

Die Schauspieler sind ebenfalls perfekt für ihre Rollen geeignet. Uma Thurman als "die Braut" wirkt zu jeder Zeit glaubwürdig. Durch den üblen Anfang kann man sich ein Stück weit in ihre Haut versetzen.
Ebenso gut gefallen hat mir auch Lucy Liu, die eine Boshaftigkeit an den Tag legt, welche ich ihr gar nicht zugetraut hätte.
Als besonderen Bonus hat sogar Kampfsport - Ikone Sonny Chiba eine Rolle bekommen.

Zur Gewalt ist zu sagen, daß "Kill Bill" eigentlich nur am Anfang wirklich fies ist. Zwar fließt besonders im Finale viel mehr Blut, aber diese Szenen sind so comichaft inszeniert, daß sie nicht an die Nieren gehen. Ein ums andere Mal fühlt man sich als Zuschauer an "Ichi the Killer" erinnert.

Insgesamt ist "Kill Bill" ein äußerst unterhaltsamer Film geworden. Wenn auch nicht unbedingt weniger originell, hat er mir jedoch nicht so gut gefallen, wie "Pulp Fiction". Aber allein wegen des Soundtracks und der Inszenierung lohnt er sich. Für Fans fernöstlicher Filmkunst bietet er zudem einige intelligente Anspielungen.
8/10 Punkte

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