„Kill Bill“ ist erst Tarantinos vierter Film. Nicht wirklich viel, was Herr Tarantino bis dahin an filmischen Material abgeliefert hat. Doch dafür bekommt man Filme zu sehen, die man nicht mehr so schnell vergisst.
Der Film beginnt mit einem Knalleffekt. Der Zuschauer sieht eine Frau (Uma Thurman), zusammengeschlagen, sie liegt auf dem Boden. Mir ihr redet ein unbekannter Mann. Als die Frau noch im letzten Moment sagen kann, dass sie schwanger ist und er der Vater ist, drückt er ab, Kopfschuss. Der Mann heißt Bill (David Carradine), ehemaliger Chef der „Braut“.
Doch die Braut ist nicht tot, sie liegt nur im Koma. Nach vier Jahren erwacht sie aus diesem und will nur eins, Rache. Rache an denen, die ihre Hochzeit zerstörten, ihr Baby töteten, ihr Leben zerstörten. Die Braut entwirft eine Liste, auf denen fünf Namen stehen. Fünf Menschen, die dafür gesorgt haben, dass ihr Leben praktisch vorbei ist. Diese Liste arbeitet sie ab, die fünf auf der Liste müssen sterben...
Der Story des Films ist klar, ein klassisches Racheepos. Doch der Film ist von Quentin Tarantino, also was besonderes. Tarantino-Filme zeichnen sich aus durch das gesprochene Wort, die Kameraführung von Tarantino, bestes Beispiel ist sicherlich „Pulp Fiction“, Tarantinos Meisterwerk.
Sprachlich kann „Kill Bill“ z.B. „Pulp Fiction“ nicht das Wasser reichen. Das ist auch nicht schlimm, denn in „Kill Bill“ wird nicht wirklich viel gesprochen, es zählen eher die Taten. Und dabei gibt Tarantino alles.
Tarantinos Film ist eine Hommage an die alten asiatischen Filme. Daher wundert es auch niemanden, dass ein Teil des Film in Japan spielt. Auch die japanische Sprache ist ein fester Grundstein in diesem Film, hat Tarantino doch bekannte Darsteller wie Sonny Chiba verpflichtet, die dem Film ihre ganz besondere Note geben. Hinzu kommen natürlich Uma Thurman oder auch Michael Madsen.
Große Aufregung gab es um den Film wegen der expliziten Gewaltdarstellung. Dies ging soweit, dass ein Teil des Films in schwarz-weiß gehalten werden musste, um die MPAA in den USA versöhnlich zu stimmen. Dafür bekam aber das Land Japan genau diesen abschnitt in Farbe und etwas mehr Gewalt, Japaner vertragen das ja.
Natürlich ist „Kill Bill“ gewalttätig, insbesondere, wenn die Braut gegen die Crazy 88 kämpft, spritzt das Blut nur so und Körperteile fliegen durch den Raum. Trotzdem bringt der Film immer wieder eine Prise schwarzen Humors mit rein, ferner wirken die ganzen Kämpfe nicht wirklich realistisch. Schon der Kampf von der Braut mit ihrer ersten Gegnerin Vernita Green ist einfach Klasse. Man bekämpft sich auf Leben und Tod, zerstört das komplette Wohnzimmer, die Tochter von Vernita kommt aus der Schule, und beiden tun so, als ob nichts gewesen wäre, die Waffen natürlich hinter dem Rücken versteckt. Weitere Szenen zum schmunzeln gibt es zu genüge.
Eine wunderbare Idee von Tarantino ist eine Anime-Sequenz, die uns das Leben von O-Ren Ishii(Lucy Liu) zeigt, eine weitere Person auf der Liste von der Braut. Äußerst gelungen diese Aktion.
Aus welchen diversen Gründen auch immer hat man sich dazu entschlossen, den Film in zwei Teile aufzuspalten, ob es nur an der Geldgier lag oder man dem Publikum einen längeren Film nicht zutraute. Daher endet Teil 1 natürlich für den Zuschauer unbefriedigend, wenn er weiter warten muss, dass die Liste von Uma Thurman abgearbeitet wird. Aber Teil 1 hat schon Lust auf mehr gemacht.
Fazit: Das warten auf den vierten Tarantinofilm hat sich gelohnt. „Kill Bill“ ist ein genialer Film in gewohnter Tarantino-Manier. Zwar muss man auf die bekannten, genialen Dialoge größtenteils verzichten, doch dafür geht es hier halt ordentlich zur Sache, ganz im Stile der asiatischen Filme. Tarantinos Hommage an den asiatischen Film ist ein Glücksfall für Kill Bill. Hinzu kommen Darsteller, von denen man nur gutes Erwarten kann, wunderbar auch die Auftritte einzelner japanischer Schauspieler. Ansehen ist hier Pflicht!