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An ihrem Hochzeitstag wird "die Braut" (ihr wahrer Name bleibt unbekannt) von ihrem ehemaligen Chef "Bill" und ihren ehemaligen Kollegen in der Kapelle angegriffen. Alle sterben, nur die Braut fällt ins Koma. Jahre später erwacht sie wieder und kann nur an eins denken: Rache. Mit einem Hattori Hanso Schwert bewaffnet fängt sie an ihre eigens erstellte "Death List" der Reihe nach durchzugehen, und keiner ihrer damaligen Peiniger soll ungestraft bleiben.

Alle hatten damals drauf gewartet, auf Quentin Tarantinos Mega-Knaller Kill Bill, bei dem man nach "Pulp Fiction" schon annahm, er könne seine eigene persönliche Messlatte nicht übertreffen. Und leider ist das bei Kill Bill Vol.1 auch der Fall, zumindest zum Teil.
Die Story ist Tarantino-typisch und wird auch passend "abgefahren" erzählt. Die Dialoge im Film erinnern zum Großteil an frühere Werke, so erinnert z.B. die Aufzählung der Regeln (Szene im Komasaal) sehr an die aus "From Dusk Till Dawn", und auch andere Dialoge wirken sehr "Hollywood-untypisch" was ich an dem Film sehr lobe ("Glaub ja nicht das ich ein Problem damit hätte dich hier und jetzt vor den Augen deiner Tochter abzuschlachten"). Die Schauspieler sind phänomenal gewählt, und bringen das teils komödiante Ambiente hervorragend rüber. Die 2-Kampf Kämpfe wurden perfekt ausgearbeitet (Die Braut VS O-Rwen Ishii, oder der Kampf am Anfang), und auch der Gewalt-Faktor wird dadurch, dass diese Szenen bewusst nicht echt wirken sollen nicht zu übertrieben dargestellt, und macht Spaß. Allerdings fehlt dem Film auch die Abwechslung, um nun mal auf die großen Kritikpunkte einzugehen. Es gibt nur wenige wirklich gut ausgearbeitete Dialogpassagen, und viele Szenen (z.B. die in Japan, wo sich die Braut das besagte Schwert holen will) die einfach zu lange geraten sind. Diese zwei Mankos wirken sehr stark und deutlich auf den Film ein, und lassen nicht zu das man sich den Film auch öfters mal anschauen kann - und wenn, dann spult man in manchen Szenen ganz sicher vor.
Ein großer Pluspunkt geht auch noch an die Anime-Episode über O-Ren Ishiis Vergangenheit, die wirklich genial gemacht wurde. Zwar sind die Zeichnungen nicht so der Hit, doch die völlig übertriebenen Kämpfe mit den völlig übertriebenen Blutfontänen verpassen dem Film den gewollten "typisch-asiatischen" Beigeschmack, der Kill Bill wohl zum großen Teil mit ausmacht.

"Kill Bill Vol.1" ist ein Film der meine Erwartungen leider nur bedingt erfüllt hat. Es gibt einfach zu viele Dinge die dem Film das "Tarantino-mäßige" nehmen, was seine Filme eigentlich so ausmacht. Man verbindet seinen Stil aus Pulp Fiction oder Reservoir Dogs automatisch mit seinem Namen, und in diesem Film kommt dieser Stil nicht ganz hervor. Kleine Plus-Punkt Einbauten wie die Anime-Sequenz oder Kämpfe bei denen ganze Wohnzimmereinrichtungen zu Bruch gehen machen zwar auch Spaß, doch alles in allem fehlt dem Film ein Tick Seele. Vermutlich wäre das nicht der Fall gewesen, wenn man Vol.1 und Vol.2 von Anfang an in einen Film gestopft hätte.

8/10 - das "gewisse Etwas" fehlte einfach

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