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FBI-Agentin Lee Harper beweist ein gutes Gespür und wird alsbald auf den Fall des Serienkillers „Longlegs“ angesetzt. Die Umstände, unter denen dessen Opfer zu Tode kommen, geben Rätsel auf und Harker erkennt, dass die Vorkommnisse womöglich eine Verbindung zu ihr aufweisen.

Was es damit auf sich hat, das erzählt der von Osgood Perkins geschriebene und inszenierte Thriller mit Horrorelementen in einem gemächlichen Tempo, was dem Werk gut steht. Eingefangen in einer eigenwilligen Optik geht der Blick oft aufwärts, leicht abgedunkelt und oftmals weit wirkt das Bild dazu. Stil und Gebaren einiger Charaktere erinnern an Werke von Wes Anderson und vielleicht ist dies einer der Gründe, warum „Longlegs“ bei mir nicht so ganz gezündet hat. Dieses Roboterhafte ist irritierend und lässt Figuren unnatürlich wirken. Nicht jeder schien hier im selben Film zu spielen. Aber das ist dem Szenario immanent und baut Perkins lange Zeit auch eine mysteriöse Atmosphäre auf, so entscheidet er sich irgendwann dazu, alles zu erklären. Vielleicht nicht die beste Idee.

Darstellerisch ist das wie erwähnt schwierig. Für Nicholas Cage ist die Titelrolle ein gefundenes Fressen, wenn er auch schwerlich erkennbar ist und sich so die Frage stellt, ob wirklich er für diese Rolle nötig war.  Maika Monroe (Lee Harker) und Alicia Witt (Ruth Harker) präsentieren ihre Figuren auf andere Art entrückt.  Das wird in einen Kontext gesetzt, wirkt auf mich jedoch zu befremdlich, um da richtig einzusteigen. Denn der Kontext wird einem irgendwann zu sehr ins Gesicht gerieben. Wie auch die Jumpscares auf der Tonspur, die zwar mal wirken, aber nicht notwendig wären. Denn Perkins hat diverse andere Mittel, die kurzzeitig einen viel wirkungsvolleren Grusel erschaffen. Oder eben eine unangenehme Stimmung, die sich über weite Strecken durch das Werk zieht. Bevor es auf der Zielgeraden dann zu viel sagen will.

„Daddy! That gross guy is back!“

Das Serienkiller-Genre ist nicht überfüllt mit großartigen Beiträgen, mit „Longlegs“ legt Osgood Perkins einen immerhin doch okayen Vertreter vor. Die okkulte Komponente wird schnell deutlich, doch anstatt es durchweg mysteriös zu halten, wird im letzten Drittel dann die Erläuterung mit der groben Kelle serviert. Dies gepaart mit Figuren, die befremdlich bis kalt wirken und es einem schwer machen. Bleibt ein Thriller mit  hübscher Optik und einer einnehmenden Atmosphäre, bevor sich alles irgendwann zerklärt.

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