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Regisseur F. Gary Gray hat sich im Großraum des Actionfilms seit Jahren gut etabliert, was auf Publikumslieblinge wie „The Italian Job“, „Verhandlungssache“ oder auch „Straight Outta Compton“ zurückzuführen ist. Sein Heist Movie in rund 10.000 Metern Höhe verbreitet zwar auf altmodische Weise gute Laune, doch das uninspirierte Drehbuch verhindert einen größeren Wurf.

Cyrus (Kevin Hart) und seine Diebesbande konnten in Venedig einen großen Coup landen, werden jedoch von der Interpol-Agentin Abby (Gugu Mbatha-Raw) gestellt und zu einem Deal gezwungen: Das Gaunerteam soll Goldbarren im Wert einer halben Milliarde Dollar während eines Fluges zum Terroristen Jorgensen (Jean Reno) kapern…

Der Einstieg in Venedig verspricht jede Menge Coolness mit gutem Timing, einigen rasanten Kamerafahrten, gepaart mit aberwitzig rasanten Schauplatzwechseln. Die wesentlichen Figuren werden zügig eingeführt und die Prämisse kommt kurz darauf ohne Umschweife auf den Punkt, wonach einige etwas zu ausführliche Planungen vorgenommen werden, bei denen nur ab und an etwas Dialogwitz zündet.

Ansonsten verliert Gray jedoch keine Zeit und liefert ein nahezu konstant hohes Tempo, welches zuweilen über einige Logiklücken hinwegtäuscht, die primär Aspekte von Raum und Zeit betreffen, während physikalische Gesetzte mitunter komplett außer Kraft gesetzt werden.
Generell ist an der Ausstattung wenig zu bemängeln, wogegen einige Spezialeffekte hinsichtlich Greenscreen und CGI weniger überzeugen. Auch die Action in Form einiger Fights bei turbulenten Manövern ist ordentlich gefilmt, sie lässt jedoch die angemessene Härte vermissen.

Darstellerisch wird hingegen ordentlich aufgefahren. Obgleich ein Reno als Schurke nur wenig Screentime erhält und auch ein Sam Worthington lediglich als Stichwortgeber fungiert, performt Kevin Hart angenehm zurückhaltend und bildet einen überzeugenden Gangsterchef, der Leute wie Vincent D'Onofrio, Úrsula Corberó oder Billy Magnussen zu einer sympathischen Einheit eint. Demgegenüber bleiben die Fieslinge nur schablonenhafte Stereotypen und auch der immerhin treibende Score bleibt kaum in Erinnerung.

Letztlich scheitert das Unterfangen deutlich am Drehbuch, dem es an raffinierten Ideen mangelt. Zwar folgt dem eigentlichen Finale noch der obligatorische doppelte Boden und die letzten Einstellungen verströmen eine angenehme Harmonie, doch sonderliche Alleinstellungsmerkmale erhält die Geschichte nicht. So kann man sich zwar über die Distanz von 105 Minuten solide berieseln lassen, doch kurz danach dürfte der Streifen auch schon wieder vergessen sein.
6 von 10

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