Eine Auktion für digitale Kunstwerke in Venedig nutzt der versierte Kunsträuber Cyrus Whitaker (Kevin Hart) für seinen neuesten Coup: mit Hilfe seines hochspezialisierten Teams gelingt es ihm, einen NFT-Künstler zu entführen, ohne daß dieser dies bemerkt. Auch die den Braten riechende Interpol-Agentin Abby Whitaker (Gugu Mbatha-Raw), seit Jahren auf Cyrus´ Spur, kommt wieder einmal zu spät.
Kurz danach muß sie auf Veranlassung ihres Chefs Huxley (Sam Worthington) den smarten Dieb sogar um eine Zusammenarbeit bitten, als nämlich bekannt wird, daß der machthungrige Unterweltler Lars Jorgenson (Jean Reno) von der berüchtigten Hackergruppe Leviathan einen Code zu kaufen plant. Dieser Code ermöglicht ihm den Zugang zur Steuerung sämtlicher Wasserwerke, Staudämme u.a. weltweit, womit Jorgensen nach Belieben auf Knopfdruck Städte fluten lassen und erheblichen Schaden anrichten könnte. Als Bezahlung für den Code sind 10 Tonnen Goldbarren ausgehandelt, welche allerdings noch von London zur Übergabe nach Zurich geflogen werden müssen.
Diese Fracht zu kidnappen wird also an Cyrus herangetragen, der sein Team befragt und dann einwilligt, allerdings darauf besteht, daß die Interpol-Agentin ihn persönlich begleitet...
Regisseur Felix Gary Gray, der vor gut 20 Jahren mit The Italian Job (2003) einen vielversprechenden Heist-Movie abgedreht hatte, hielt es offenbar für eine gute Idee, für seine Kooperation mit dem Streaminggiganten Netflix unter dem Titel Lift eine Art Neuaufguss seines damaligen Erfolgs, garniert mit Versatzstücken aus Ocean’s Eleven (2001), abzudrehen. Zwar ist die 2024er Besetzungsliste bei weitem nicht mehr so hochkarätig wie damals, als u.a. Charlize Theron, Donald Sutherland, Jason Statham und Mark Wahlberg mit von der Partie waren, doch für eine Vertragsarbeit sollte es schon ausreichen, mit Vincent D'Onofrio und Jean Reno zumindest zwei bekanntere Namen am Start zu haben - dachte sich F. Gary Gray.
Falsch gedacht, denn trotz der Verwendung diverser neuzeitlicher Sujets (digitale Kunst - NFTs), allerlei computergenerierter Tricks und Spielereien sowie eines Comedians als Hauptdarsteller (Kevin Hart, dessen Auftreten den Plot deutlich mehr in Richtung Komödie verschiebt) mag der Funke bei diesem höchst generischen Actioner einfach nicht überspringen.
Viel zu überdreht sind die einzelnen Szenen, bei denen technisch auf Teufel komm raus geklotzt wird: Riesige Unterwassersperren in Venedig, ein allmächtiger, teurer Code, den man offenbar nicht umprogrammieren kann, ein von einem Exzentriker requiriertes Stealth-Flugzeug mit allen Schikanen, mit dem dann der Höhepunkt, ein Tresorraub in 10.000 Meter Flughöhe, inszeniert werden soll - das alles garniert mit flapsigen Sprüchen von Kevin Hart, der die sich sträubende Interpol-Agentin Abby zu einem zeitweiligen tête-à-tête drängt, was diese dienstlich begründet geschehen lassen muß. Eine insgesamt wenig überzeugende Angelegenheit, genauso matt wie Filmbösewicht Jean Reno, der in seinen maximal 5 Minuten Screentime stets wie kurz vor dem Einschlafen wirkt.
Fazit: Lift ist zwar kein völliger Reinfall, kann mit seiner schon x-mal besser verfilmten Handlung aus einem Raub, dessen Beute die Räuber am Ende für sich selbst behalten wollen, keinerlei Spannung erzeugen und im besten Fall leidlich unterhalten, ist dabei jedoch genauso schnell vergessen wie gesehen. 4 Punkte.