Das komplexe Thema der kurzen Zeitspanne scheint es Regisseur Junta Yamaguchi angetan zu haben, denn nach seinem fast schon legendären „Beyond the Infinite Two Minutes“ geht es erneut um relativ exakt zwei Minuten, in denen sich innerhalb einer Gruppe allerlei entwickeln kann.
Kibune ist ein kleiner, ländlicher Fleck in Kyoto. Zimmermädchen Mikoto geht ihrer alltäglichen Arbeit im Hotel nach, als sie abermals am Ufer des Flusses zu sich kommt und zunächst an ein Déjà-vu glaubt. Nach einigen Anläufen und dem Austausch mit Personal und Gästen wird der Gruppe klar: Sie sind in einer Zeitschleife gefangen…
Yamaguchi lässt die eingespielte Truppe des Kikaku-Theaters einmal mehr performen und präsentiert zum Einstieg das Treiben in dem idyllisch gelegenen Hotel, in dem rund ein Dutzend Figuren von Relevanz mitmischen. Sobald das Phänomen der Zeitschleife einsetzt und die Zeit nach zwei Minuten zum Ausgangspunkt zurückkehrt, sind Turbulenzen vorprogrammiert.
Zunächst geht es ein wenig hektisch zu, als ein Produzent halbnackt aus dem Bad stolpert, zwei Freunde nach schier endlos vielem Reis auch mal Sake wollen und ein Autor alles unternimmt, um eben nicht über seine Schreibblockade nachdenken zu müssen. Hieraus entwickelt sich eine angenehme Dynamik, denn trotz stets erneuten Ausgangspositionen erkundet man so im Verlauf nicht nur die Figuren, sondern auch gleich das Umfeld des kleinen Hotels. Zudem bauen die Abschnitte aufeinander auf, da das Bewusstsein innerhalb der Schleife nicht verloren geht und man sich theoretisch auch mal erschießen kann, - nur, um hinterher darüber berichten zu können.
Die Konstellation der Charaktere ist total sympathisch und auch das Zusammenspiel schürt für lange Zeit Abwechslung, bis man sich schließlich um eine kleine Liebesgeschichte bemüht, die zwar die emotionale Komponente anspricht, jedoch ein wenig Abwechslung vermissen lässt, bevor das Kollektiv zum Finale einen Plan schmiedet und sogar eine halbwegs schlüssige Auflösung präsentiert wird.
Auf handwerklicher Ebene ist primär die Choreographie der einzelnen Abschnitte zu loben. Obgleich der Ausgangspunkt oftmals bei Mikoto startet, ist ab hier immer ein Flow mit einer überaus versierten Kamera zu spüren, bei dem das Timing logischerweise eine bedeutende Rolle spielt. Der Score ist zwar eher minimal gehalten, doch stimmungsmäßig passt er wie die Faust aufs Auge. Letztlich fügt sich sogar das Overacting einiger Mimen recht gut ins Gefüge, obgleich hier und da etwas zu übertrieben gestikuliert wird.
Am Ende erhält man eine Sci-Fi-Komödie, die in erster Linie mit Charme und guter Laune punktet, einige Situationskomik zünden lässt und eine überaus angenehme Stimmung schürt, die mit viel Lokalkolorit und markanten Figuren alles andere als austauschbar erscheint. Da mag man über den einen oder anderen Logikpatzer hinwegsehen, denn das Gesamtergebnis beschert definitiv 86 Minuten Kurzweil, was in Anbetracht des Themas sympathisch zeitlos erscheint.
7,5 von 10