Zwei Minuten konnten die Protagonisten von Junta Yamaguchis Vorgängerfilm BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES in die Zukunft sehen. Aus dieser wunderbar einfachen Prämisse bastelte der Regisseur mit seiner Theatertruppe eine hübsch verrückte, abwechslungsreiche Science Fiction-Komödie in nur einer Einstellung.
In RIVER variiert das selbe Team nun das Zwei-Minuten-SciFi-Konzept: Ein kleines Hotel in einem japanischen Dorf ist in einer Zeitschleife gefangen. Alle zwei Minuten finden sich alle Personen wieder an ihrem Ausgangspunkt, alles bis auf ihr Bewusstsein wird zurückgesetzt.
Erneut eine vielversprechende Idee, im Vergleich zu seinem Vorgänger hinkt RIVER allerdings etwas hinterher. Das liegt unter anderem schlichtweg daran, dass sich alle handelnden Personen jedes Mal aufs Neue aus den verschiedenen Ecken des Hotels zusammenfinden müssen, um das Zeitproblem zu lösen. Da der Film sozusagen in „Echtzeit“ gedreht ist, laufen wir also zunächst unzählige Male mit Hauptfigur Mikoto vom Flussufer in die Hotelräume.
Auch sonst ist das Tempo von RIVER ein gänzlich anderes. Überschlugen sich in BEYOND noch die Ereignisse, so dass man beim Zusehen und Mitdenken fast einen Knoten ins Gehirn bekam, verbringt RIVER viel Zeit mit kleinen Zweiminutenszenen, die thematisch eher dem Boulevardtheater zuzuordnen sind: Eine Liebelei bahnt sich an, zwei Freunde streiten sich übers Geschäft, die Bedienung bekommt den Sake nicht warm, ein Verleger macht Druck auf seinen Autor, der Autor genießt die „Auszeit“.
Das ist alles ganz nett, aber selten wirklich interessant oder lustig. Dafür gibt es am Ende überraschenderweise doch noch eine schlüssige genregerechte und charmante Auflösung. Das Zwei-Minuten-Konzept scheint nun aber ausgereizt.