Um sich einfach nur eine Torte ins Gesicht klatschen zu lassen, braucht es heutzutage im Zirkus keine Clowns mehr. In einer Welt unzähliger Comedians und noch mehr Social Media Inhalten sind ihre klassischen Zeiten schlichtweg vorbei, während sie im Horrorbereich zumindest regelmäßig in Erscheinung treten. In dieser irischen Komödie befinden sie sich hingegen auf einem Selbstfindungstrip.
Eine Sonneneruption bringt Irland elektrotechnisch zum Erliegen. Eine Gruppe erfolgloser Clowns um Bobo und Journalistin Jenny versucht Licht ins Dunkel zu bringen, wogegen der egozentrische Alphonso seine ganz eigenen Ziele verfolgt…
Bei sehr undeutlicher Aussprache besteht natürlich eine leichte Verwechslungsgefahr mit „Apocalypse Now“ von 1979, mit dem vorliegendes Werk allerdings rein gar nichts gemein hat. Es ist einerseits etwas Endzeitfilm, andererseits Road Movie, in erster Linie jedoch Comedy der überwiegend plumpen Art, bei der nur selten humorige Highlights auszumachen sind.
Ein deutlicher Vorteil sind hingegen die recht individuellen Erscheinungen der vier Clowns: Bobo ist der ruhige melancholische, der in der Kinderabteilung eines Hospitals am Tiefpunkt seiner Karriere angekommen ist, während die von Pepe, der sich als talentfreier Pantomime versucht, nie begonnen hat. Aphonso ist indes der Inbegriff des klassisch lauten Clowns mit starkem Geltungsdrang, wogegen die weibliche Funzo das eigentliche Highlight markiert, da sie nicht rein zufällig an Pennywise erinnert und sich phasenweise ebenso verhält.
Eine dramaturgische Linie ist bei alledem schwer auszumachen, wenn die kleine Gruppe durch das irische Land reist und mal eine Mittelaltertruppe im Wald trifft, dann einen Verschwörungstheoretiker besucht, während eine verkleidete Freiheitsstatue in regelmäßigen Abständen als Jäger der Truppe aufkreuzt. Von der eigentlichen Endzeitstimmung bekommt man nur bedingt etwas mit, da sich das Szenario allein aus Kostengründen mit Effekten arg zurückhält und lediglich ein paar brennende Orte aus der Distanz bebildert, was innerhalb der menschenleeren Szenarien jedoch ausreicht.
Leider passt sich der Humor dem an, was man von klassischen Zirkusclowns erwarten würde, obgleich stets eine leicht archaische Note mitschwingt. Manches geht unter die Gürtellinie, anderes fällt schlicht flach aus, doch in seltenen Fälle zünden Wortwitz oder Situationskomik.
Bedauerlicherweise werden die flippigen Momente zu häufig von den melancholischen Phasen durchkreuzt, was stets ein wenig Drive herausnimmt. Auch das Finale überzeugt trotz des Ereignisreichtums und leicht angehobener Spannung nur bedingt.
Immerhin rettet die kollektive Spielfreude der Mimen relativ viel und auch die Kostümierungen nebst exzellentem Make-up zeugen von der Liebe zum Detail. Gleiches gilt für die solide Kamera und die stets treffende Musikauswahl. So lässt sich ein gewisser Charme durchaus feststellen, doch das Potenzial nutzt der Streifen mit seiner eher dünnen Story beileibe nicht aus.
5,5 von 10