Review

Staffel 1 - 8,5/10

Staffel 1

Was für ein geiler Rotlichtbezirk!

Wenn's in der Hölle kein Spaß mehr ist - dann gehen die Monster in das „Hazbin Hotel“ auf Amazon Prime?! Oder so ähnlich. In jedem Fall ist diese langersehnte erste Staffel aus Herz, Musicalnummern, Rottönen und Obszönitäten für meinen etwas versauteren Humor ein Volltreffer… bietet aber noch wesentlich mehr als nur Kraftausdrücke, Splatter und Grenzgänger! 

Höllisch-heißer Hit! 

„Hazbin Hotel“ ist erstaunlich deep. Kein Witz! Die Figuren haben echt etwas und fühlen sich trotz ihrer Überzeichnung erstaunlich echt an. Und die „Perversitäten“ und Armeen an Witzen unter der Gürtellinie nutzen sich erstaunlich wenig ab. Zumindest für meinen Geschmack. Und das sind dann alles doch positive Eigenschaften, die man hier in diesem Ausmaß gar nicht erwartet. Aber nehme ich gerne! Mich hatte dieses chaotisch-feurige Hotel sehr, sehr schnell am Haken. Charlie & ihre obskure Entourage sind mir erstaunlich an's Herz gewachsen. Der rötlich-krachende visuelle Stil hat sich ebenso erstaunlich wenig abgenutzt. Und die Stimmen (habe in englischer OV geguckt) sind perfekt besetzt und motiviert gesprochen. Das Ganze ist alles andere als nur oberflächliche Provokation und für mich ein absoluter Animationserfolg und Geheimtipp des Jahres. Gerade wenn man über solche jenseitig-höllischen (und auch himmlische!) Welten und den Tod an sich lachen kann. Und über Peniswitze natürlich auch. Das ist frech, das ist herzlich, das sticht visuell heraus, das ist kurzweilig und teils brillant geschrieben. Es kriegt dich über's Fluchen und Ficken - aber du bleibst, weil es dich angeht und dir alles innerhalb dieser ersten acht Episoden schon enorm an's Herz gewachsen ist. Das hat Kultqualitäten. Ach, und das Beste: die Musiknummern (ein bis zwei pro Episode) sind besser geschrieben und flotter vorgetragen als 99% der Disneysongs aus den letzten 15 Jahren. Wieder: kein Witz! Das ist musikalisch wirklich herausragend, vielseitig und bravurös. Man lacht, man staunt, man wippt mit, man wird auch mal rot, man sieht meist rot. Das ist auch mal splattrig und immer roh, dreckig, keinen Fick gebend. Das Ende ist episch af. Und insgesamt würde ich eine zweite Staffel natürlich feiern. Ich weiß aber nicht, ob das für viele nicht alles zu nischig, speziell und grenzwertig edgelordig ist. Aber meinen G(eschmack)-Punkt hat’s voll getroffen!

Der Burner!

Fazit: stylisch, versaut, böse, komplex, rot, musikalisch, frech, ungeniert. Disney trifft „Hotel Transylvanien“ trifft „South Park“?! „Hazbin Hotel“ ist ein großer, vielseitiger und brandheißer Animstionsspass - nur für Erwachsene! (8,5/10)

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