YEAH - Computeranimationen vom Feinsten sind ja spätestens seit "Herr der Ringe" Voraussetzung für Altertumsfilme. Wenn jetzt die Sauriersaga fortgesetzt werden soll, natürlich Pflicht. Was die PC-Freaks hier animiert haben ist auch tatsächlich vom allerfeinsten und verdient Würdigung. Sam Neill als toller Schauspieler bekommt auch noch ein Lob - tja, da verließen sie ihn dann auch schon... um es vorweg zu nehmen: diese beiden Kriterien sind maßgeblich für die vergebenen 4 Punkte. Der Rest ist keinen einzigen Wert.
Splatter-Movie für Arme mit bekannten Effekten auf B-Ware-Niveau, so läßt sich dieser Zelluloid-Streifen am ehesten umschreiben. Die Schmerzgrenze war ja noch nicht ausgereift, und was Steven Spielberg kann, kann Joe Johnston erst recht... oder wie oder was? Die Handlung ist völlig verblödet, die Schauspieler obermies (außer erwähnter Sam Neill und Quetschgesicht Laura Dern, die kann man grad noch mal so durchgehn lassen) - einzig die Animationen trösten darüber hinweg. Wer genau nur auf das aus ist und sinnentleert bei Bier und Chips ein paar Uhrzeitviechis gröhlen hören will - sprich: die Erwartungen so richtig runterschraubt - für den ist der Film ok.
Eines kommt dem Film zupaß:
Die Handlung ist so grottenschlecht und vorhersehbar, mit solch unsinnig stupiden Dialogen versehen, daß viele Szenen dadurch einfach unfreiwillig komisch wirken, Lacher hervorrufen und den Film tatsächlich noch ein klein wenig aufwerten können. Ok, von was red ich überhaupt? Spoilern wir doch mal ein kleinwenig.
- Anfangszene: Ein Boot pflügt mit Drachenflieger übers Wasser, zwei Kerle auf dem Boot, Typ mit Kind als Drachenflieger (Tandem). Wir wissen sofort: Entweder die beiden Bootshoschis oder die Fliegerchen werden es sicher nicht überleben. Pech für die Knilche auf dem Boot. Die Segler landen frohgemut ob der gebannten Gefahr auf der Insel mit dem Kommentar: "So, gleich haben wirs geschafft". Is klar, ne. Dann wär ja der Film schon nach 5 Minuten wieder aus, wenn sie es "geschafft hätten".
- Professor zu Fragenden: "Keine Macht der Welt kann mich auf diese Insel zurückbringen." --> natürlich wissen wir es besser. Wer das nicht witzig findet hat Pech, denn das ist der Gipfel des Witzniveaus.
Und so startet auch schon die Expedition ganz ohne "Macht der Welt" mit Professorchen und das muntere Gemetzel kann auch schon gleich losgehn. Die Dinosauriertouristen sind natürlich ein feines Happi-Happi für Kollege T-Rex, Raptoren und andere possierliche Tierchen der fleischverzehrenden Gattung. Der weitere Ablauf ergibt sich aus der Ausgangskonstellation: Ein abbes Ärmchen hier, ein verspeistes Beinchen dort, hier mal ein Blutspritzerchen und dort mal ein Kaugeräusch mahlender Dinosaurierkiefer, garniert mit der Quotenblondine ("wir haben sie abgehängt." - haha!), die sich gleich zu Beginn in Szene setzen darf und sich umzieht - ach, wie wünschen wir den Sauriern auch hier guten Appetit.
Gute zwei Stunden Humanoid gegen Behemoth, man fragt sich zuweilen für wen wir eher mitfiebern. Dreimal dürft ihr nun raten, wie es ausgeht. Schade, eigentlich.
Wie bereits angekündigt:
(4/10)