Eine innere Stimme warnt den geneigten Kinogänger ja manchmal, sich noch einen Film einer Reihe anzusehen und „Jurassic Park 3“ konnte ich so meiden, bis die TV-Ausstrahlung ein Ansehen praktisch für lau ermöglichte. Mehr als die Rundfunkgebühren muß man dafür auch nicht erübrigen.
Joe Johnston („Jumanji“) hatte von Spielberg übernommen und das bedeutete noch etwas Fingerfertigkeit weniger, dabei war schon „The Lost World“ ein fader Murks mit großartigen FX. Doch die letzten Szenen in San Diego boten reichlich Möglichkeiten für diese phantastische Abenteuerreihe, da konnte noch was kommen.
Ja, scheiße was! Wieder gibt’s nur Dino-Insel-Feeling in Richtung Costa Rica geboten, wieder mal die bekannten Orte und Bauten und Gehege, kein Ausbruch, kein Einfall auf das Festland, vielleicht ja mal im vierten Teil.
Dafür hat man Sam Neill reaktiviert, der ja nach Teil 1 nie wieder wollte (zumindest seine Figur). Der wird jetzt von irgendeinem Heimwerkerladenchef unter falschem Vorwand auf die B-Insel gelockt, wo er natürlich nie gewesen ist (denn er mußte in Teil 2 ja passen). Prima Voraussetzungen für noch eine Hatz nach Schema F.
Was gibt’s also Neues: ein paar sinistre Handlanger, wie originell, die gleich zu Beginn verfrühstückt werden, dazu ein um den lieben Sohn besorgtes Ehepaar, der auf der Insel abgestürzt ist. Also wieder mal ein Kind dabei (diese Schmerzen!) und es wird wieder nicht gefressen.
Neill quittiert die aussichtslose Situation mit Weltuntergangsmiene und –stimmung, während Tea Leoni als besorgte Mutter laut schreiend und heulend über die Insel latscht, als gäbe es ja keine Gefahren. Charaktere, die man permanent prügeln könnte, sind schon mal eine schlechte Voraussetzung und ihr Männe, William H.Macy, darf mal wieder die Lusche mimen, die am Ende über sich herauswächst.
Dazu noch ein paar Flugsaurier und eine neue Spezies, die glatt einem T-Rex das Genick wegknuspert, sowie die unvermeidlichen Raptoren und natürlich auch mal wieder ein dekorativer Haufen Dino-Kacke, in dem auch mal rumgemantscht werden darf.
Wenn denn nicht gerade ein Dino im Bild ist, herrscht auch intellektuelles und unterhaltsames Vakuum, das dummerweise nicht mal einen richtigen Höhepunkt hat, sondern plötzlich und aus dem Stand nach genau 90 Minuten mit dem Eingriff der US-Armee endet, die eigentlich ja keinen Finger rühren sollte oder wollte.
War JP schon immer recht anämisch in Sachen Plot, so ist diese Kiste so flach und blöd, daß selbst die kurze Laufzeit zur Ewigkeit gerät. Es ist alles hervorragend und superfrisch getrickst, aber jeder Monsterfilm aus den 50ern hatte eine bessere Story als diese FX-Parade aus der Spielbergfactory.
Für den vierten Teil warten wir dann nach dem Spinosaurus auf den Megasaurus und irgendwelche Wassersaurier, denn die hatten wir noch nicht. Dies hier ist ein steriles und superödes Kommerzprodukt, das die Welt so nicht gebraucht hat. (3/10)