Review

Hier haben wir jetzt den dritten Teil der großen Dino-Saga. Ich muss vorweg erwähnen, daß ich mit einem unwohlen Gefühl das Kino betrat und mir wenig Hoffnung machte, erfreut meinen Sitzplatz nach 80 min. zu verlassen. Ich las die Story und dachte nur, wo soll das hinführen? Die Rahmenhandlung ist einfach und solide ausgebaut worden. Es gibt nur wenige neue und interessante Ideen. Man findet lediglich nur ein paar Klischees auf, die man bereits sah. Man erkennt auf direktem Anhieb, daß hier kein Spielberg am Werk war. Der Film zeichnet sich durch eine völlig andere Handschrift aus und repräsentiert neuen Status. Mit Spannungsmomenten, die sehr identisch mit den Vorgängern waren, bediente dieser Streifen sich nur wenig und setzte mehr auf Action und eine Schlacht der Spezialeffekte. Die Idee mit dem Flugzeug im Baum wirkt fade und konfus. Zudem noch etwas altertümlich. Doch sie wurde in gewissen Zügen spannend, sowie unterhaltsam in Szene gesetzt. Der T-Rex, Star der ersten beiden Teile, musste hier seinen Platz räumen und wurde durch den Spinosaurus förmlich ersetzt. Man bekommt sogar einen Kampf zu sehen, der aber schnell und spannungsarm vergeht. Der Spinosaurus sollte ursprünglich den gesamten Film in eine neue Richtung versetzen. Aber das gelang nicht so recht, da er die Art eines T-Rex besitzt. Er ist sicherlich ein würdiger Nachfolger unseres Tyrannosaurus, aber bietet nicht wirklich Neues. Und auch sonst bekommt man ein paar neue Dinos zu sehen. Aber einfach zu kurz. Der komplette Film wirkt wie eine Wette nach dem Motto: "Wetten, daß dieser Film in einer Woche fertig ist!". Alles wird in einen viel zu hektischen Handlungsablauf verpackt und läßt die ansatzmäßig interessante Rahmenhandlung einfach vergessen und setzt auf ein schnelles Geschehen, das oft zu unübersichtlich wird. Es gibt zwar kaum Längen, aber das wären bei einem 80 minütigen Film auch wohl eine wahre Schande gewesen, um es einmal deutlich zu sagen. Ob das gesamte Geschehen allerdings spannend inszeniert worden ist, kann man nur schwer erkennen, da alles in einem Strudel der Action untergeht. Und auch die, im zweiten Teil sehr nett angefangene, düstere Atmosphäre geht hier leider verloren.

Darstellermäßig bekommen wir ein paar vertraute Gesichter zu sehen. Sam Neil und Laura Dern sind wieder mit dabei. Dern sehen wir aber nur rahmenhandlich versetzt und nicht als direkte Hauptperson. Sam Neil stellt sich, wie bereits im ersten Teil, als absolute Idealbesetzung heraus und überzeugt auf ganzer Länge, ohne unterirdisch zu wirken. Die restlichen Darsteller bewirken zwar Können, aber setzen es nicht genug ein. Und das liegt nicht zuletzt am Drehbuch. Es wurden zu wenig interessante Charaktere benutzt bzw. eingesetzt. Alle wirken fast gleich und oberflächlich. Somit gehen auch viele Gags förmlich in die Hose und der Zuschauer sucht vergebens nach einem Schmunzeln. Charakteristisch ist die Linie einen Fahrt entlang gezogen und endet an einem Ziel, das stümperhaft vernäht worden ist. Da kann selbst Neil nichts mehr herausholen. Die Synchronisation hingegen überzeugt und bekannte Gesichter wurden wie üblich mit vertrauter Stimme versehen.

Die Effekte sind, wie bisher, auf oberdurchschnittlicher Ebene verzeichnet und überzeugen allesamt. Die Dinos wirken fast noch lebensechter und realistischer als zuvor. Die grandiosen Spezialeffekte wurden zudem noch von einem brillanten Tonschnitt untermalt und wissen zu gefallen. Gerade im Kino ist es erstaunlich und überwältigend zugleich, da alles meisterhaft in Szene gesetzt worden ist. Die Handschrift von Stan Winston ist unverwechselbar. Blut bzw. harte Effekte gibt es verhältnismäßig zum zweiten Teil kaum zu sehen. Dabei hätte bereits die Rahmenhandlung genügend Platz für ein paar nette, solide und ansehnliche blutige Effekte geboten. Aber davon gabs ja bereits im ersten Teil schon wenig zusehen und deshalb kein direkter Minuspunkt. Der Grund dafür war sicherlich, eine möglichst niedrige Alterseinstufung zu erlangen, um dadurch mehr Zuschauer ins Kino zu locken.

Fazit: Sollte man, schon allein der Vollständigkeit halber, sicherlich einmal gesehen haben, doch man kann ihn leider nicht in einem Atemzug mit den ersten beiden Teilen nennen. Dazu fehlt hier einfach die Klasse. (5/10)

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