Nachdem seine dreizehnjährige Tochter von drei Männern vergewaltigt wurde, beschließt der Vater die Täter über den Rechtsweg zur Verantwortung zu ziehen. In der ländlichen Region Indiens ist es in den dortigen Dorfgemeinschaften üblich, die "Ehre" der Vergewaltigungsopfer wiederherzustellen, indem man sie mit dem Täter zwangsverheiratet. Misogynie ist hier der Standard!
Der Vater handelt also direkt gegen den Willen seiner eigenen Dorfgemeinschaft, die immensen Druck auf ihn ausübt, bis hin zu Todesdrohungen. Auch die finanzielle Mehrbelastung eines Verfahrens ist für den in großer Armut lebenden Mann eine zusätzliche Bürde. Neben seiner Familie erhält er Unterstützung von einer lokalen Menschenrechtsorganisation. Sollte die Verurteilung der Vergewaltiger glücken, so wäre dies eine wegweisende Gerichtsentscheidung!
Die Doku erzählt den schweren Kampf für Gerechtigkeit in ruhigen Bildern und mit großer Empathie für seine Protagonisten. Es gelingt dabei über das individuelle Schicksal große gesellschaftliche Probleme sichtbar zu machen und welche Anstrengungen notwendig sind, diese zu überwinden.
Nach meinem Empfinden eine herausragend gute Doku, die vielschichtig ist und eine große emotionaler Kraft besitzt. Lediglich gegen Ende wurde es mir inhaltlich etwas zu redundant und daher auch leicht zäh. Trotzdem eindeutige Empfhelung! 7-8 Punkte