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Ein Überlebender des Holocaust ist in einer Schule zu Gast und erzählt von seiner Flucht, wobei ein Schwein eine nicht unwichtige Rolle spielt. Die Klasse ist nicht übermäßig interessiert, eine Schülerin jedoch erreicht die Erzählung auf eine Weise, die sie in eine Mischung aus Traum und Verarbeitung des Gehörten gleiten lassen.

Geschrieben und inszeniert von Tal Kantor bebildert „Letter to a Pig“ in erster Linie eine Auseinandersetzung mit Identität und dem in voriger Generation erlebten Trauma, welches bis heute nachwirkt. Dabei ist es zwar interessant, wie Kantor die Bewusstwerdung dessen stilistisch umsetzt, diese sich in einer detaillierteren Zeichnung der Figuren und dem Einbringen von Farbe widerspiegeln lässt. Auch ist es das Thema selbst immer wert, wieder ins Gedächtnis gerufen zu werden, da macht der Kurzfilm durchaus einen Punkt.

Was mir das Ganze aber ziemlich verleidet, und das ist ein erheblicher Einschnitt, ist der visuelle Stil. Diese Mischung aus gezeichneten und realen Elementen sieht für mein Empfinden furchtbar aus und macht es mir  nahezu unmöglich, den Kurzfilm zu „genießen“. Schade um die wichtige Thematik, aber „Letter to a Pig“ ging aufgrund der Präsentation ziemlich an mir vorbei.

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