Grey Mirror
Ein Mann wacht unter freiem Himmel in einer Art futuristisch-minimalistischer Zelle auf, weiß nicht wie er dorthin gekommen ist und soll um zu überleben an einem riesigen, schweren Rad drehen - wie seine konkurrierenden „Nachbarn“ und „Kollegen“ ebenso…
Die Tretmühle
„The Mill“ fühlt sich voll und ganz nach TV-Film oder sogar -Episode an - aber das muss (gerade heutzutage) ja nichts Schlimmes heißen. Das eine Setting wird gut genutzt und beschmutzt, der Hauptdarsteller gibt in jedem Sinne alles, man möchte schnell mehr über die Firma und dieses Umfeld erfahren. Der Film rollt langsam an, hört dann aber nicht mehr auf und erinnert auch an das Knastsubgenre. Und wer auf solche horrornahen Kammerspiele steht, wird auch „The Mill“ nie böse sein. Und vor allem: als nicht unbissige Kritik an der heutigen Arbeitswelt, am Kapitalismus, an Großkonzernen und unserem unermüdlichen Abrackern wie im Hamsterrad funktioniert dieses barbarische „Workout“ und diese Cyber-Sklaverei sehr, sehr gut. Ich wette, es gibt keinen, der wie ich bei größeren Firmen arbeitet und der nicht mindestens schmunzeln muss, wenn die Hauptfigur hier nach getaner Superarbeit einen Kugelschreiber mit seinem Namen darauf eingraviert als Belohnung bekommt…
Schön-böse Arbeitsweltkritik
Fazit: spürbar klein für's (neue) Fernsehen gedachtes und gemachtes Mystery-Sci-Fi-Kammerspiel, das anfangs noch arg spärlich und simpel daherkommt, mit der Zeit aber zumindest etwas an Spannung, Boshaftigkeit, Hintergrund und Tiefe gewinnt. Charakterlich wie geschichtlich. Wenn man an sowas wie „Cube“, „Oxygene“, „Exam“, „Squid Game“ oder natürlich „Black Mirror“ (auf Sparflamme) gerne einen Narren frisst, dann kann auch „The Mill“ unterhalten. Erst recht wenn man die Erwartungen entsprechend fair anpasst. Das unmenschliche System. Läuft auf Disney+.