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Braucht die Filmwelt einen indischen THE RAID? Mit Dev Patel als JOHN WICK? 

Zumindest Dev Patel hat diesen Film gebraucht, seit seiner Jugend als Kampfsportler träumte er offenbar von dem Projekt. Von Patel ursprünglich für Neill Blomkamp geschrieben und für Netflix geplant, wurde dann doch Patels Regiedebut daraus und dank Jordan Peele auch eine Kinoauswertung. Die hat sich MONKEY MAN absolut verdient, der Film ist so ungeheuer dynamisch gefilmt, fotografiert, inszeniert und choreographiert, dass er idealerweise auf der großen Leinwand erlebt werden sollte. 

Aufgrund des Budgets wurde zum Teil mit iPhones und Gopros gedreht, was die Power des Films nicht schmälert, vielleicht sogar im Gegenteil ein Stück seiner Rohheit ausmacht. 

Storytechnisch sieht es dafür weniger üppig aus: MONKEY MAN ist eine dieser typischen, fast schon archetypischen Rachegeschichten, diesmal nicht nur mit persönlichem, sondern auch sozialem Hintergrund, die Mutter von Patels Charakter wurde bei einer brutalen Landübernahme ermordet, noch dazu vom Polizeichef, was letztlich zur bewährten „ein Mann gegen alle“ Konstellation führt. 

Etwas Politik, etwas Religion, etwas Sozialkritik und ein Bündnis mit der Transgender Community sowie das Lokalkolorit Mumbais verleihen dem Film einen eigenen Charakter, sehenswert bleibt er jedoch wegen seiner Actionszenen. Je nachdem, was man im Genre kennt und gewohnt ist, sind diese auf hohem Niveau solide (im Vergleich mit ähnlich ultrabrutalen Actionern wie THE RAID 1+2, JOHN WICK 2-4 oder den Filmen Timo Tjahjantos) oder absolut over the top (im Vergleich mit so ziemlich allen Mainstream-Actionfilmen). 

Dev Patel jedenfalls zeigt nach HOTEL MUMBAI erneut, dass man mit ihm als Actionheld durchaus rechnen kann. Und er ist deutlich jünger als Keanu Reeves.

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