Plattfuß in der Endzeiteinöde
Eigentlich wollte ich „Badland Hunters“ auf Netflix noch vor dem Fantasy Filmfest gesehen haben, wo Don Lee und sein Regisseur klare Connections zu den dort gezeigten „The Roundup“-Filmen haben. Und dann fiel mir bei dieser koreanischen Netflix-Produktion viel stärker auf, dass es zu „Concrete Utopia“ - der lustigerweise ebenfalls auf dem FFF gezeigt wurde - noch viel größere, inhaltliche bzw. örtliche Verbindungen und Parallelen gibt. Lustig. Komisch. Nicht immer passend. Aber lassen wir das einfach mal stehen, egal ob das ein kohärentes Filmuniversum werden soll oder einfach Setting/Sets wiederverwendet wurden… „Badland Hunters“ ist jedenfalls ein postapokalyptischer Actioner, wo im von einem gigantischen Erdbeben zerstörten Seoul grob gesagt ein machetenschwingender „Jäger“ gegen die nahezu unkaputtbaren „Reptilienmenschen“ (!) eines verrückten Wissenschaftlers antritt…
Concrete Fistopia
Auch die „The Roundup“-Fights können gut krachen, aber „Badland Hunters“ haut in Sachen „Zerlegen des menschlichen Körpers“ dann doch nochmal drei Schippen drauf, allein aufgrund der regenerativen Fähigkeiten der laborgezüchteten „Supermenschen“ hier. Diese Fights, wo gerne mal Extremitäten und Köpfe im Dutzend abgeschnitten werden, sind dann aber auch schon die einzigen echten Highlights dieses dystopischen Netflix-Actioners. Klar, beim großen roten N gibt’s sicherlich schlechtere Actionfilme. Aber gut macht das „Badland Hunters“ noch nicht. Don Lee ist ein Sympathieträger, hat hier charakterlich und schauspielerisch aber nahezu nichts zu tun. Über weite Strecken konzentriert sich der Film auch gar nicht auf ihn. Seltsam und ein weiterer Minuspunkt. Die Effekte sind passabel, gerade so. Und die Laufzeit ist zu lang. Und der filmische Kosmos mit „Concrete Utopia“ erschließt sich für mich wie gesagt nicht und macht kaum Sinn. Wären die Kämpfe und Gewalttaten nicht ziemlich geil und schlachtplattig…
Fazit: einige Actionpassagen nehmen etliche „menschliche“ Körper wirklich formidabel auseinander. Das saftet dann exzellent durch den Betondschungel. Don Lee geht immer. Aber irgendwie bietet „Badland Hunters“ leider kaum Gehaltvolles. Sehr seichte Splatteractionunterhaltung - wogegen ich aber selten etwas habe… Sobald geredet wird schlafen einem aber die Zehnägel ein.