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Im Zuge groß angelegter Verschwörungstheorien geschieht dies nicht selten im Zusammenhang mit der katholischen Kirche, insbesondere dem Vatikan. So ist es nicht verwunderlich, dass auch hier ein mehrheitlich kritischer Blick hinter die Kulissen geworfen wird, - wenn auch überwiegend am Bildschirm.

Als Stan angetrunken mit seinem Sohn Nicholas unterwegs ist, wird er in einen Unfall verwickelt, der für Nicholas tödlich endet. Die katholische Kirche hört von dem Fall und wählt Nicholas als ersten Probanten aus, der erfolgreich einer Auferstehung unterzogen wird.
Jahre später arbeitet Stan als priesterlicher Online-Seelsorger, der sich um die Probleme Auferstandener kümmert. Doch dann ereignet sich in Stans Umfeld ein Massenmord durch einen Wiedererweckten, - nicht der erste, wie er durch Recherchen herausfindet…

Einerseits ist die Ausgangsidee klasse und doch ist sie im Detail nicht allzu klar ausgearbeitet. Man erfährt zu keiner Zeit, wie genau die Auferstehungen vor sich gehen und warum überhaupt „reinen Seelen“ eine zweite Chance gewährt wird, da sich das Problem der Überbevölkerung anno 2027 kaum gebessert haben dürfte. Auch das Erlangen einiger Daten mutet in manchen Momenten eher hanebüchen an, gleiches gilt fürs Hacken sensibler Bereiche und das überraschend haargenaue Timing in relevanten Momenten.

Inszeniert ist die Geschichte mit überschaubaren Mitteln als Screenlife-Film. Es gibt in erster Linie die Webcam, die Stan in seinem kargen Wohnräumen erfasst, dazu Split Screens und vergrößerte Fenster, Handyaufnahmen, TV-Ausschnitte und zur Not müssen Überwachungskameras herhalten. Glücklicherweise behält man stets die Übersicht und allerlei Schriftverkehr ist weitgehend ins Deutsche übersetzt worden.

Das komplexe Thema der Auferstehung mit all seinen moralischen und ethischen Grundfragen gerät indes immer mehr in den Hintergrund, während Möglichkeiten der großen Vertuschung vermehrt in den Fokus geraten. Wobei jedoch nicht nur die Kirche ins Fadenkreuz gerät, da Stan nie sicher sein kann, wem er trauen kann und welche Gruppierung möglicherweise noch involviert ist. So ist trotz minimaler Schauplatzwechsel Abwechslung gegeben, es gibt keine nennenswerten Durchhänger und anbei sogar einige wenige Actionszenen, die recht sauber in Szene gesetzt sind.

Da es im Zuge einer Dystopie selten harmonisch zugeht, ist auch hier der Grundton oftmals ein wenig zynisch und der finale Akt bestätigt diese Stimmung in mehreren Facetten. Darstellerisch wird zweckdienlich geliefert und niemand über Gebühr gefordert, der Score fällt fast gar nicht ins Gewicht und dennoch kann sich das Endergebnis auf technischer Seite sehen lassen. Vielleicht hätte die Ausarbeitung der Prämisse mit mehr Budget etwas abwechslungsreicher ausfallen können, doch für einen Desktop-Thriller fallen die rund 97 Minuten recht ansprechend und zuweilen durchaus spannend aus.
6,5 von 10

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