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Anfang des 20ten Jahrhunderts: Die junge Kate entflieht im Teenager-Alter ihrem pädophilen Hillbilly-Vater und schlägt sich die nächsten paar Jahre auf eigene Faust als illegale Schnapsbrennerin durch. Irgendwann verliebt sie sich in ihren besten Kunden, den Tagelöhner George Barker, mit dem sie vier Kinder in die Welt setzt und von einem besseren Leben träumt. In den 30er Jahren startet Kate gemeinsam mit ihren Söhnen eine Reihe von brutalen Banküberfällen, die den Mittleren Westen der USA in Atem halten. Doch der Gesetzeshüter Melvin Purvis ist den Barkers stets dicht auf den Fersen... Sein fieser, kleiner Videotheken-Reißer "Night of the Running Man" aus dem Vorjahr hat ja durchaus noch was hergemacht, im direkten Vergleich dazu lässt Mark L. Lesters Gangsterfilmchen im Period-Piece-Gewand "Public Enemy" - wiederum entstanden für seine eigene Produktionsfirma American World Pictures - nun allerding doch leider so einiges zu wünschen übrig. Inhaltlich hangelt man sich von Szene zu Szene mit nicht allzu großer Akkuratesse an ein paar historischen Eckpunkten entlang und benutzt die Geschichte der realen Barker-Family lediglich dazu, die enzelnen kriminellen Episödchen aneinanderzureihen, bringt alleine dadurch aber nicht wirklich sowas wie 'ne Storyline zustande. Da hat Drehbuchautor C. Courtney Joyner zuvor bei Streifen wie "Prison" oder "Die Klasse von 1999" doch bessere Arbeit geleistet. Das Ganze wäre sicherlich gerne 'ne knackige Outlaw-Ballade vom Schlag eines "Bonnie und Clyde", doch Mark L. Lester ist natürlich kein Arthur Penn, bleibt demzufolge mit seinem sturen Blick auf schnelle Action immerzu an der Oberfläche kleben, was Figurenzeichnung und Erzähl-Muster anbelangt und beschwört darum zum Schluss, bei dem es den Barkers endlich an den Kragen geht, auch keinen Hauch von Tragik herauf. Okay, wirklich langweilig ist "Public Enemy" mit seinem beinahe Nonstop-Tommy Gun-Geballer inklusive blutiger Einschuss-Treffer zugegeben nicht geworden, aber abseits seiner pulpigen Schauwerte hat der Streifen leider wirklich nicht viel zu bieten. Immerhin: Ausstattung und Kostüme sind für B-Film-Verhältnisse akzeptabel und die Produktion hat sogar ein paar echte Oldtimer aufgetrieben... um das merklich schmale Budget nicht überzustrapazieren, behilft man sich für 'nen städtischen Establishing-Shot im passenden Zeit-Kolorit jedoch auch schon mal mit ein bisschen gemopstem Footage aus "The Untouchables", was ich Lester gerade so nochmal durchgehen lasse (wobei sich jeder wertschätzende Vergleich mit Brian De Palams Meisterwerk natürlich von vornherein verbietet). Illuster ist aber auf jeden Fall die Besetzung mit Theresa Russell als Gangster-Mutti, dem frühen Auftritt des späteren "X-Man" James Marsden als einer der Barker-Söhne sowie Frank Stallone, Rex Linn, Eric Roberts und Alyssa Milano in Nebenrollen (die drei Letztgenannten übrigens heftig underused). Fazit: Sicher nicht das schlimmste Ding, das mir je vor die Linse gekommen ist, aber mein Fall war's nicht!

4/10

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