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Mit "The Fog" brachte der damals junge Regisseur John Carpenter einen Film heraus, der mit seiner immensen Atmosphäre und seinem bedrohlich wirkenden Nebel alles in den Schatten stellte, was es bis dahin an Küsten-Horror so gab. Kein anderer Regisseur schaffte es besser, seinen Zuschauern das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Auch der junge Sebastian Niemann dürfte wohl ein großer Fan dieses Films sein. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass er mit seinem Geheimtipp "Biikenbrennen" einen Streifen auf den TV-Markt gebracht hat, der fast schon als deutsche Version des Nebel-Hits durchgehen könnte. Und das mit fast genauso viel Grusel wie beim Original.

Die Geschichte zum "Biikenbrennen" hat viel Mysteriöses zu bieten und passt optimal zu einem gelungenen Grusel-Streifen. Es gibt merkwürdige Gestalten, ein grausames Verbrechen, gruselige Legenden und schaurige Vorkommnisse. Alles wohl durchdacht und mit nur wenigen Logiklöchern versetzt.

Seinen Reiz aus der Story, setzt Niemann mit einer Atmosphäre um, die schier erdrückend geraten ist. Das friesische, in Nebelschwaden getauchte, Festland ist nahezu beängstigend geraten. Hier ist alles noch eine Spur dunkler als in den meisten Filmen, hier ist alles noch ein Spur beängstigender als alleine auf dem nächtlichen Festland herum zu laufen. Durch die optimale Ausleuchtung der Sets und dem wirklich gelungen künstlichen Nebel, dürften Alpträume in der Nacht, bei jedem Zuschauer, garantiert sein.

Dazu viele mysteriöse Gestalten, die nicht ohne Grund an die gruselige Brut aus "The Fog" erinnert. Auch wenn es hier nur einen wirklichen Bösewicht gibt, der dem Zuschauer übrigens bis zu letzt verborgen bleibt, so kräuseln sich aber einem auch bei all den anderen merkwürdigen Gestalten des Films die Nackenhaare. Selten gab es solch grausige Küstenbewohner wie hier.

Untermahlt wird das schaurige Treiben zu dem noch mit einem optimalen Score, der sich vor dem Carpenter-Score nicht zu verstecken braucht. Brachiale Klänge bei den richtigen Stellen können für klappernde Zähne sorgen und die ruhigeren Klänge zwischendurch helfen einem sich wieder zu beruhigen. So muss das sein!

Zu alle dem kommt auch noch ein gut durchdachtes und wirklich passendes Ende, welches dem Zuschauer viel Platz für eigene Interpretationen übrig läßt. Was nun wirklich geschehen ist, kann man sich quasi selber ausdenken. Wer offene Enden nicht leiden kann wird sicherlich etwas enttäuscht sein, ich persönlich finde diese Idee aber einwandfrei!

Nur was die Leistungen der Darsteller angeht muss man etwas Kritik ausüben, denn sie sind leider allesamt nicht sonderlich gut. Vor allem Christoph M. Ohrt und Anja Kling enttäuschen, da man von ihnen schon wesentlich besseres gewohnt ist. Schade!

Fazit: Immens atmosphärischer und unglaublich schauriger Mystery-Grusel der sowohl in Sachen Story, als auch in punkto Inszenierung mehr als zu gefallen weiß. Schaurige Locations, gruselige Gestalten und viele mysteriöse Vorkommnisse lassen einen so schnell nicht wieder los. Wer sich mal wieder richtig fürchten will, ist mit dieser deutschen Ausnahmeproduktion wirklich bestens bedient!

Wertung: 8/10

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