Review

Vielleicht hätte man das Auftreten von Eric Roberts und Michael Paré in einem gemeinsamen Film in den 90ern gefeiert, doch beide sind inzwischen Indikatoren für B bis C Movies.
Der in Mainz geborene Regisseur und Co-Autor Vjekoslav Katusin, der sich selbst eine Nebenrolle als dubiose Erscheinung gönnte, versucht erst gar nicht, seine an „Saw“ angelehnte Prämisse innovativ erscheinen zu lassen.

Sophia und Jake kennen sich nicht und doch erwachen sie mit erheblichem Gedächtnisverlust in einem kargen Raum und sind fortan den Anweisungen von David (Paré) ausgeliefert. Dieser verlangt von ihnen, die Wahrheit zu offenbaren…

Da „Saw“ sogar zweimal erwähnt wird, ist das Vorbild unverkennbar und doch geht es trotz anfänglicher Einlagen nicht ansatzweise so drastisch zu. Die Konstellation lässt auch nicht mehr zu, da sich das Treiben hauptsächlich auf die beiden Gefangenen konzentriert und der Nebenhandlungsstrang mit einem Eric Roberts als besorgter Vater und Senator komplett unnötig ist.

Zumindest sind die Verhaltensweisen der unter Amnesie leidenden Gefangenen weitgehend nachvollziehbar, da sie sich einige Zeit misstrauen und nur langsam deutlich wird, dass eine dritte Instanz ein perfides Spiel anzettelt, welches anfangs ein kleines Blutopfer verlangt, bevor es ein wenig in den Rätselmodus geht. All dies wird jedoch im letzten Drittel komplett über Bord geworfen, als es um die Beweggründe des Drahtziehers geht. Die Motive liegen trotz ausbleibender Flashbacks recht klar auf der Hand und es bleibt allenfalls die Frage, welche tiefe Stimme im Hintergrund mitmischt und was das nicht angeschlossene Telefon im Raum zu suchen hat.

Natürlich tun sich bestenfalls Abgründe auf und es werden garstige Enthüllungen in Twists verpackt, doch genau dies bleibt aus. Im Gegenteil. Nachdem die meisten Fakten klar auf der Hand liegen, schwindet automatisch die Spannung und selbst Gewalteinlagen spielen fast keine Rolle mehr. Die Andeutung einer Fortsetzung und gleich mehrere Sequenzen während der Credits verdeutlichen nur, dass hier einiges bewusst nicht bis zu Ende gesponnen wurde.

Die beiden Hauptdarsteller mühen sich einigermaßen um Authentizität, während Paré und Roberts nicht mehr als gelangweilte Routine abspulen. Weitere Nebenrollen fallen kaum ins Gewicht, außer dass diesbezüglich noch etwas nackte Haut eingebunden wird. Immerhin schürt der Score anfangs eine gelungene Atmosphäre, aber auch dies löst sich im Handlungsverlauf ein wenig auf.

Nicht so blutig wie erhofft, aber auch nicht in Ansätzen so intensiv wie bestenfalls vermutet, zieht die Ausgangssituation zunächst Interesse auf sich, doch aufgrund ausbleibender Kniffe und der insgesamt recht minimalistischen Produktion mit Konzentration auf fast nur einem Raum fesselt der Stoff nur bedingt und lässt am Ende eher kalt.
4 von 10

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