Ein Mann und eine Frau erwachen mit argen Gedächtnislücken in einem Kerker-Loch und werden per Lautsprecher von einer Stimme dazu aufgefordert, ihre Sünden zu beichten und für ein begangenes Unrecht Buße zu tun, an das sie sich jedoch dummerweise nicht mehr erinnern können. Schließlich kommt heraus, dass es sich bei der Frau um die entführte Senatoren-Tochter Sophia McElroy handelt, die irgendwie in den Tod eines gewissen Benjamin verwickelt gewesen ist. Kann ihr Vater sie noch rechtzeitig aufspüren, bevor ihr unbekannter Entführer seine Rache vollendet...? Mit seiner fast schon als identisch zu bezeichnenden Prämisse führt einem "Wrongful Death" überdeutlich vor Augen, wie virtuos der dreist abkopierte "Saw" damals ein Zwei-Personen-Kammerspiel-Szenario gestaltet hatte, wobei James Wan und Leigh Whannell bei ihrem Low-Budget-Hit zudem auch den passenden Riecher gehabt haben, eine eventuell in einem einzigen Handlungs-Ort begründete erzählerische Monotonie mit geschickt eingeflochtenen Rückblenden aufzubrechen... ein Gespür, das den Machern des vorliegenden Billig-Streifens mal gänzlich abgeht. Dem Gewalt-Level des Torture-Porn-Originals wird man bis auf zwei kurze Kunstblut-Einlagen dabei aber nicht gerecht, was auch wieder nur darauf schließen lässt, dass das gefledderte Vorbild so irgendwie gar nicht verstanden wurde... oder warum sonst sollte bitteschön ausgerechnet in dem Bereich Zurückhaltung geübt werden? Gorebauern gucken ergo in die Röhre, genau so wie jeder, der eigentlich nur einen guten Film sehen will. Immerhin liefert "Wrongful Death" aber den Beweis, dass solche Namen wie Michael Paré und Eric Roberts mittlerweile auch für halbe Amateurfilme zu bekommen sind, auch wenn ersterer hauptsächlich mit dem Rücken zur Kamera spielt, was aber immer noch besser ist, als sein monologisierender Schluss-Auftritt, bei dem hartes Chargieren angesagt ist. Verglichen mit den durch die Bank unterirdischen Leistungen der übrigen Laien-Darsteller ist, bei denen man nicht mehr von sowas wie 'ner "Performance" sprechen kann, ist das aber schon wieder richtig akzeptabel. Schlimm! Die Budget-schonende, weitestgehende Begrenzung auf ein einziges Set, das schichtweise Aufdecken der Hintergründe im Verlauf der Handlung, die mysteriösen Plot-Spielereien und die überraschende Auflösung zum Schluss... all das, was damals in "Saw" eben so erinnerungswürdig durchexerziert wurde, hat ein Vjekoslav Katusin offenbar in den falschen Hals gekriegt und nun halt in einem technisch unterbelichteten Shot-on-Video-Filmchen reproduziert, das handwerklich nur auf Z-Grade-Niveau rumgammelt, was echt prima zum Inhalt passt. Der finale Dreher ins Übernatürliche, Katusins Kurz-Auftritt vor der Kamera in derselben Rolle wie schon in "C.L.E.A.N." von 2020 als Teufel à la "Angel Heart" sowie die vielen offengebliebenen Fragen und der Umstand, dass der Abspann da mit Mid- und Post-Credit-Szenen gespickt ist, lassen die Vermutung aufkommen, dass hier tatsächlich sowas wie ein Cinematic Universe im Schrottfilm-Bereich angedacht sein könnte... die Fortsetzung (dann zusätzlich noch mit Costas Mandylor und Tom Sizemore, der es jetzt eh hinter sich hat) steht übrigens schon in den Startlöchern...
2/10