Der kreative Traum
"Problemista" erzählt leicht hyperaktiv, aber immer enorm kreativ und für mich sehr sympathisch die Geschichte eines jungen Mannes aus El Salvador, der sich in NYC seinen Traum vom Spielzeugentwickler erfüllen will. Von San Salvador zu Hasbro sozusagen. Auf dem steinigen Weg zu diesem speziellen amerikanischen Traum trifft er auf eine schrullige Kunstkritikerin deren eingefrorenen (toten?) Ehemann er übergangsweise betreut... ?!
Swinton - Urgewalt, Ungetüm, Urknall, Urmutter
Ale-Ale-jandrooo... Surreal, quirlig und wild, irgendwo zwischen Wes Anderson, den Daniels und Boots Riley, kommt "Problemista" nicht fehlerfrei oder für jedermann - aber mir hat diese gesellschaftskritische Collage aus schier unendlichen kreativen Miniexplosionen hervorragend gefallen. Trotz einer omnipotenten Tilda Swinton schönes Gleichgewicht im Schauspiel und bei den Figuren. Nie berechenbar, sehr bunt, sehr lebensfroh und positiv. Trotz all dem gesellschaftlichen doom & gloom momentan. Hat sehr viel von einem Kultfilm. Und ist eigentlich auch gar nicht zu ernst gemeint oder zu politisch geschweige denn mit erhobenem Zeigefinger, dass er zu sehr aufstoßen sollte. Eine herzliche Galerie. Eine umarmende Anklage. Ein Spiel der Gegensätze. Die schönste filmische Panikattacke seit langer Zeit. Leichtigkeit und Lust, Kreativität und Kunst, Angststörungen und Hoffnung. Der Teufel trägt rote Haare mit Riesenansatz. Wer's verspielt und verrückt mag, sollte "Problemista" definitiv seine Zeit schenken. Es gibt doch noch Originelles heutzutage... es geht nur viel zu oft unter. Südamerikanische Spleens.
Das Abenteuer zum Arbeitsvisa
Fazit: Wunderbarer Funotowcocktail zwischen Spielzeug, Sci-Fi-Parabel, politischem Statement zum US-Klima, schrulliger Konsumkritik und proaktivem Brainstorm... Fein, frech und famos!