Review

Mit Einsetzen des Abspanns saß ich dann doch eher ratlos vor dem noch glowenden TV und dachte, dass meine Hoffnung auf die Erleuchtung hier wohl nicht mehr wahr wird. Die Geschichte um den Teenager Owen, der durch eine Mitschülerin auf eine Fernsehserie aufmerksam wird, die erst ihr und dann auch sein Leben verändert, ist angereichert mit Coming-of-age-Elementen, einer Fülle von Metaphern und sicherlich mancher Botschaft oder manchem Hintergedanken. Nur wollte diese Mischung sich mir nicht erschließen, eventuell bin ich auf manchen Augen aber auch blind. Kann keiner was für, die Sichtung von „I Saw the TV Glow“ erwies sich jedenfalls mit zunehmender Laufzeit als Geduldsprobe.

Jane Schoenbruns Film zieht sich. Nichts gegen langsame Filme, aber hier eröffnet sich mir auch auf dieser Ebene der Zweck der Inszenierung nicht. Dialoge sind endlos unterbrochen, wirken teils wie in Zeitlupe, werden teils mit einer weinerlichen Intonation vorgetragen – alles vermischt sich zu einem frustrierenden Klumpen an Andeutungen, Aussprache und Metaphern. 
Das Problem, das der Film letztlich hat, bin ich als Zuschauer. „I Saw the TV Glow“ ist definitiv nicht für mich gemacht, erreicht mich nicht, rauscht nur an mir vorbei, ich stecke in den hier trans-portierten Themen eben nicht drin. Schaue ich mich um, so findet der Streifen definitiv sein Publikum und das ist toll. Nur ist er einfach nichts für mich. Durch seine Art der Erzählung, durch seine träge Inszenierung und das, was er vermutlich vermitteln möchte zu den Themen Identität und Veränderung.

„Time wasn't right.“

Vielleicht auch nicht die richtige Zeit für eine Sichtung. Oder einfach der falsche Rezipient. Auf den ersten Blick mag man in „I Saw the TV Glow“ irgendwas von „Die Reise zum Mond“ bis zu diversen Serien aus den 90ern finden – aber dazwischen erzählt Schoenbrun sicherlich auch einiges. Da stecke ich nicht im Thema und wenn abseits dessen die Inszenierung selbst auch nicht packt, dann fehlt mir einfach zu viel. Da bleibt dann nur viel Spekulation über das Selbstbild und das der Gesellschaft, über Identität, Rückschau und Wahrnehmung. Alles verpackt in eine mysteriöse Atmosphäre, viel in einen Topf geworfen, schleppend, mich nicht erreichend.

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