Experimentelle Projekte scheinen Autor und Regisseur Malte Wirtz zu liegen. Mit wenig Geld und einer Vision lässt sich immer etwas bewerkstelligen. Schließlich haben auch renommierte Maler einen grünen Punkt auf weißer Leinwand für unzählige Millionen verkaufen können.
Doch bereits 2022 erwies sich sein Ausflug ins Horrorfach mit „Das Böse im Wald“ als weitgehende Nullnummer, woran sein dritter Gast beinahe nahtlos anknüpft.
Eva und Arthur sind frisch verliebt und möchten ein kuscheliges Wochenende in einer Metropole verbringen. Ihre Genügsamkeit führt sie in ein heruntergekommenes Hostel, in welchem der Portier Viktor Andeutungen über ein ominöses Ableben vor dreißig Jahren erwähnt und davor warnt, das spanische Zimmer zu betreten. Auch für das Paar läuft es nicht wie geplant, als ein dritter, unerwarteter Gast in Erscheinung tritt…
Gedreht wurde an nur wenigen Tagen Anfang 2021 inmitten der Pandemie, was am halbherzigen Tragen der Masken festzumachen ist. Ergo darf man davon ausgehen, dass mehrheitlich unter der Hand gedreht wurde und eine Nachvertonung, aus welchen Gründen auch immer nicht möglich war. Als Ergebnis verschwinden die improvisiert wirkenden Dialoge oftmals komplett hinter dem deutlich zu laut abgemischten Score. Und nicht nur der ermüdet auf Dauer.
Die Absteige irgendwo in Köln erinnert an eine Jugendherberge aus den Siebzigern und erweist sich nicht gerade als unheimlicher Schauplatz. Da mag das Licht im Verlauf noch so häufig flackern, brummen oder für Sekunden ganz den Geist aufgeben, - über diesen Effekt kommt das Kammerspiel mit vier Personen kaum hinaus. Hinzu gesellen sich die nicht vorhandenen Figurenzeichnungen und Andeutungen, die überwiegend ins Leere führen. Mal abgesehen von einem Exkurs mit antik anmutenden Schwarzweißbildern, die mithilfe einer treffend betonten Erzählstimme zu den traurigen Highlights zählen.
Schnell gerät der Minimalismus trotz der nur 73 Minuten Laufzeit an seine Grenzen, es entsteht zu kaum einem Moment Spannung, wogegen sich zusehends inhaltliche Ungereimtheiten einstellen.
Wieso spielt der Portier plötzlich Geige? Wurde er nur deshalb besetzt, weil das sein einziges Talent ist? Warum rufen Evas Eltern im Hotel an, obgleich diese vorab Kund tat, irgendwo bei ihrer Cousine zu sein und warum verfügt die Unterkunft am Ende doch über mehr als nur eine Etage?
Das weiß am Ende vermutlich nur Malte Wirtz allein, für dessen Werke die Welt mehrheitlich wohl noch nicht bereit ist.
1,5 von 10