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Mit seiner Mischung aus Noir, Roadmovie und Drama wird es der australische Regisseur Luke Sparke schwer haben, sein Zielpublikum zu finden. Denn für einen Thriller bringt er zu wenig Nervenkitzel, für einen Actioner ist schlicht zu wenig los.

Der Raubüberfall beim Kunsthändler (Sam Neil) ging gewaltig schief. Deshalb müssen sich der Fahrer (Barry Pepper) und einer der beiden Räuber (Jamie Costa) beim Boss verantworten. Einer von beiden weiß genau, was sie dort erwartet, während der andere komplett ahnungslos scheint…

Die Handlung steigt direkt mit dem Raub ein und wird nachfolgend in Häppchen serviert. Nach und nach erschließt sich, was an dem Coup schief ging und auch, weshalb einer der drei Beteiligten zur Rechenschaft gezogen werden soll. Der Fokus liegt allerdings auf der nächtlichen Fahrt und dem Zusammenspiel der ungleichen Männer. Während sich der jüngere Beifahrer sogleich geschwätzig gibt, ist der deutlich ältere Fahrer eher wortkarg. Dennoch erfährt man von beiden einige familiäre Hintergründe und den damit einhergehenden Motivationen.

Mit der Zeit lernt man beide Typen ein wenig besser kennen und sie erscheinen beileibe nicht unsympathisch, was durch kleine Interventionen und Randfiguren während der Fahrt unterstrichen wird, etwa nach dem Halt an einer Tankstelle. Passend zur Reise ins vermeintlich Ungewisse wird der Regen gegen Ende immer stärker, während Fragen um Loyalität und Verrat deutlicher zutage treten.

In Sachen Action wird derweil eher spärliche Kost geboten. Zwar klingt der Motor des 70er Chevy Chevelle nach einer nostalgisch angehauchten Spritztour, doch etwaige Verfolgungen durch Motorräder bleiben weitgehend unspektakulär, obgleich rasende Wagen mitten im Verkehr recht gekonnt in Szene gesetzt sind. Zudem gibt es zwar am Rande kleine Gewaltspitzen, doch auch diesbezüglich werden keine Akzente gesetzt. Dies geschieht eher auf schauspielerischer Ebene, denn die beiden Hauptdarsteller performen angenehm bodenständig und auch Sam Neil geht während seiner fünf Minuten Teilnahme enthusiastisch zu Werke.

Schade, dass es unterm Strich an überraschenden Entwicklungen mangelt und nicht irgendein cleverer Twist aus dem Boden gestampft wird. Vielmehr endet die Angelegenheit wie ein gefühlter Prolog zu einer Fortsetzung, da man final noch etwas mehr Entschlossenheit erwartet hätte. Somit bleibt der Streifen inhaltlich etwas dünn und hält lediglich aufgrund der Protagonisten bei Laune, während das Drumherum weitgehend austauschbar bleibt.
5 von 10

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