Molina meets the Mad-Scientist!
Ein weiterer seltener Paul-Naschy-Streifen bietet sich dem neugierigen Auge des Fans dar.
Eine Bande von Schmuckdieben raubt einen Juwelier aus, sie vermasseln den Überfall jedoch und werden von der Polizei verfolgt. Als Schüsse fallen, wird Surnett (Molina) am Kopf getroffen. Sofort kontaktiert man einen zwielichtigen Arzt, welcher einen noch viel ominöseren Kollegen hat... dieser will Surnett ein Stück Gehirn transplantieren! Von seinem üblen Feind "The Sadist"!
Die Operation gelingt, doch Surnett verändert sich - er wird zum mordenden Sadisten!
Crimson zeigt sich als komische Verdrahtung von Mad-Scientist-Motiven und angesleazter Crime-Story. Handwerklich äußerst bescheiden, wirkt der Film insgesamt recht behäbig. Da wird viel gelabert und durch das Haus des Arztes geschlichen. Seltsamer Weise entsteht auch kaum richtige Horror-Atmosphäre. Da gibts eher viel Kleinkriminellen-Kram und die harte Realität des Verbrechens! Da Paule ja 'ne Kugel im Kopf hat und operiert wird, darf er auch erst nach einer halben Stunde Laufzeit etwas von sich geben. Wenn er in der Mitte des Films dann mit der action beginnt, trägt er konstant einen putzigen Kopfverband!
Trotzdem gibt Naschy genau genommen wieder eine tragische, gescholtene Figur - und das macht er wie immer großartig.
Der Streifen bietet durchaus einige Schauwerte, auch wenn diese kaum dem Horror- oder Splattergenre zuzuordnen sind. Wirkliche Härten konnte ich nicht ausmachen, ich habe allerdings nur das gekürzte GB-Tape genossen.
Zwei der schönsten Szenen:
Ein Gangster quatscht in einer Tanzbar eine Tänzerin an, welche ihrem Job entsprechend grad zu grooviger Beatmusic tanzt. Sie unterhält sich mit ihm - hört dabei aber nicht auf, ihren expressionistischen 60ies-Dance zu performen! Geil!
Ein bebrillter, schielender Gangster wird durch ein Fenster in den Rücken geschossen - er stirbt im Grimassen-Tango!
Für Molina-Maniacs durchaus Pflichtprogramm, für den generellen Horrorfreund wohl zu ungruselig und "normal". Ich finde, es liegt eine nette Genre-Mischung vor, die ruhig noch etwas ruppiger hätte ausfallen können. Und natürlich kann es niemals genug screentime für Paul Naschy geben... 6/10