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In den letzten Jahren hat sich Frankreich immer wieder mit ausgezeichneten Beiträgen zum Actiongenre hervorgetan, die sich weder hinter der Konkurrenz aus Asien noch der aus Hollywood verstecken braucht. Insbesondere Luc Besson hat sich immer wieder als Produzent, Drehbuchautor oder zumindest Ideenlieferant hervorgetan. Ein weiterer Name der bei dieser neuen Action-Kino Welle aus unserem Nachbarland immer wieder fällt ist Samuel Hadida. Der steht dann auch als Produzent hinter "Sweat".

Gedreht wurde "Sweat" komplett in Hadidas Heimatland Marokko, dass sich als ideal für einen Film erweißt, der dem Zuschauer die Hitze und brennende Sonne förmlich in jeder Einstellung entgegen knallt. Einsam und unendlich scheint die Wüste, die Kameramann Michel Abramowicz in fesselnden, atemberaubenden Bildern einfängt. Verfremdet durch Farbfilter, unterbrochen durch Close-ups, gewagte Kameraeinstellungen und Fahrten und in perfekter Hochglanzoptik präsentiert ist "Sweat" ein optisches Fest für die Augen. Das ist schon nahe dran an optischer Perfektion.
Regisseur Louis-Pascal Couvelaire zeigt mit jeder Einstellung und jedem Schnitt, dass er verstanden hat wie man einen Film optisch aufbläst. Die Erfahrung aus über 400 Werbeclips und unzähligen Auszeichnungen für seine Clips sieht man dem Film an. Jede Szene ist perfekt ausgeleuchtet, jede Einstellung passend gewählt.

Was das Filmvergnügen dann aber doch etwas schmälert ist die Story, denn die kommt zu keinem Zeitpunkt über die nicht neue, aber immer wieder gern verwendete Grundidee hinaus. Vier Gangster rauben 10 Tonnen Gold und müssen dieses innerhalb einer bestimmten Frist quer durch die Marokkanische Wüste ans Meer bringen. Die Konflikte sind vorprogrammiert und lassen nicht lange auf sich waten. Genauso wenig übrigens wie die üblichen Unwegbarkeiten, die sich hier als schmale Passstraßen, zu niedrige Tunnel, Minenfelder und natürlich die allgegenwärtige Hitze darstellen. Das alles ist seit "Lohn der Angst" oft kopiert worden und wurde doch nie wieder erreicht. So ist es auch hier.
Der Hintergrund, der Raub wird als abgehackte Fragmente während den Anfangscredits gezeigt, und hätte genauso gut auch weggelassen werden können. Die Charaktere sind kaum der Rede wert. Da ist der eitle Killer, der es in solchen Filmen selten bis ans Ziel schafft, der Anführer der der Ansicht ist, die Situation auch dann noch unter Kontrolle zu haben, als diese ihm längst entglitten ist und den Exrennfahrer, der gemeinsam mit seinem Mechaniker für das Fahren zuständig ist. Es wird betrogen, intrigiert und hintergangen wie man es bei dieser Konstellation erwarten kann und als einzige Überraschung bleibt die Zusammensetzung der Gruppen, die sich am Anfang sicher nicht so abzeichnet. Trotzdem bietet der Film auf diesem Gebiet wenig bis gar nichts Neues. Das die Spannung nicht verloren geht ist dabei umso erstaunlicher, denn eigentlich passiert nicht all zuviel und das was passiert zeichnet sich zumeist schon im Vorfeld ab.
Trotzdem gelingt es Louis-Pascal Couvelaire den Zuschauer immer wieder aus gewohntem herauszureißen. Sei es durch den zynischen, bitterbösen Anflug von Humor, der den Film immer wieder durchstreift, oder aber der Tatsache, dass man sich bis zum ende nicht ganz sicher sein kann, wie das ganze ausgeht. Auch wenn man schon ahnen kann, dass man hier kein typisches Hollywood Ende serviert bekommt, überraschen ist es allemal.

Die Darsteller spielen ihre Rollen routiniert herunter und der einzige der sich wirklich eindeutig in de Vordergrund drängt ist Jean-Hugues Anglade, der als Ex-Rennfahrer Harvey eine Performance zwischen Overacting und purem Wahnsinn abliefert, die im Gedächtnis hängen bleibt. Joaquim de Almeida und Cyrille Thouvenin bleiben da doch eindeutig blass dagegen und der Rest ist kaum der Rede wert.

"Sweat" ist ein Film, der allein auf Grund seiner Optik schon einen Blick wert ist. Wer, wie ich, zu dem mit großer Begeisterung verfolgt, was das französische Mainstream Actionkino in den letzten Jahren zu Stande gebracht hat, macht hier auch wenig falsch. Wer wert auf ausgefeilte Charaktere und eine ausgereifte Story legt, dürfte sicher eine Enttäuschung erleben. Trotzdem für einen kurzweiligen Filmabend allemal geeignet und einmal mehr bedauerlich, dass man astreine Kinofilme aus unserem Nachbarland bei uns nur als verspätete DVD Premieren zu sehen bekommt.

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