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Alice findet in ihrer neuen Wohnung eine Kiste mit Texten und Artefakten der Miskatonic University. Seitdem hat sie furchteinflößende Träume.


Bei Kurzfilmen muss man ja oft budget- und kompetenzbedingte Abstriche machen, was auch vollkommen in Ordnung ist. Und kosmischer Horror nach Lovecrafts Geschichten ist eh nicht einfach, daran sind schon viele Filmschaffende gescheitert und eher selten entstehen tolle Werke wie Waldemar's Legacy.

Danny Takacs gelingt das Unterfangen so halb. Die Szenen in der Wohnung sind wenig stimmungsvoll, was an der modernen Einrichtung, vielleicht aber auch an der Ausleuchtung liegen mag, denn die Bilder kalt und düster, wirken dabei aber steril. Die wenigen Außenaufnahmen der Gasse, in der Alice lebt, sind das genaue Gegenteil. Sowohl bei Tag als auch bei Nacht ist die Szenerie fein aufgenommen und atmosphärisch.

Nur Spannung kommt so leider nicht auf. Evie Takacs müht sich auch redlich, die unfreiwillige Träumerin zu spielen, ist aber überdeutlich keine Profi, entsprechend wirken ihre Angst und ihr Stabilitätsverlust wenig glaubwürdig. Für einen ansonsten aber ordentlich aussehenden Kurzfilm total okay. Und das Finale kommt dann so abrupt, als wären die Ideen für einen weiteren Storyverlauf ausgegangen.


Was extrem gut gelungen ist, sind die in der Kiste liegenden Props. Die sind extrem passend und gut gemacht, werden auch genutzt und teils hübsch in Szene gesetzt, sind aber letztlich doch noch zu wenig in die Handlung eingebunden.

Wirklich großartig sind für einen Amateur-Kurzfilm mit vermutetem Microbudget aber die CGI-Effekte. Die sehen nicht schlechter aus als zum Beispiel bei SyFy. Und es sind einige kurze Traumsequenzen enthalten, die echt gut aussehen. Allein dafür lohnt sich die Sichtung.


Die kurze Story kann man sicher auch gut zu einem kleinen Cthulhu One-Shot verarbeiten oder als 1-on-1-Szenario nutzen.

Toll in den Traumsequenzen mit schönen VFX, aber recht lahm in der Geschichte drumherum. Da passiert zu wenig.



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