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Offenkundig kristallisierten sich in beiden Weltkriegen zahlreiche Persönlichkeiten heraus, denen mit einem Film ein Denkmal gesetzt wurde. Auch der kanadische Scharfschütze Peggy stach mit seinem Einsatz während der Grabenkämpfe hervor, was im vorliegenden Werk allerdings kaum zur Geltung kommt.

August 1918: Die Jugendfreunde James und Robert lassen sich für den Einsatz in Nordfrankreich rekrutieren. Während der Grabenkämpfe stoßen sie in ihrer Einheit auf den legendären Peggy, der bereits mehr als 400 Feinde erschossen haben soll. Auch den Freunden kommt dieser Umstand zugute…

Die Hunderttageoffensive läutete das Ende des Ersten Weltkrieges ein, doch der Stellungskrieg forderte besonders viele Opfer auf beiden Seiten. Regisseur Aaron Huggett konzentriert sich dabei auf etwa drei entscheidende Tage während der Grabenkämpfe, als Vorräte und Munition knapp werden und das Nachrücken von Soldaten unausweichlich wird.
Immerhin gelingt es, einige Individuen und ihren Umgang mit dem Krieg kurzfristig herauszuarbeiten, wogegen ein klarer Sympathieträger fehlt.

Entsprechend wird jener Peggy nie das Herzstück der Gruppe, er erhält kein Alleinstellungsmerkmal wie etwa Robert, der schon früh erwägt zu desertieren oder Bench, der nie müde wird, vom Ermorden der Hunnen zu faseln. Eher fällt ein fieser Kommandant der Deutschen auf, der schon nah am Comichaften gezeichnet ist und dabei schon fast für ein leichtes Schmunzeln sorgt.

Teilweise befremdlich mutet auch der Score an, der von insgesamt neun (!) unterschiedlichen Komponisten stammt, was der recht unterschiedlichen Zusammenstellung deutlich anzuhören ist. Manche Tracks unterstreichen die leicht melancholische Grundstimmung recht gut, andere fallen deutlich zu pathetisch aus, wogegen einige rein gar nicht in die Zeit passen.
Als kleiner Pluspunkt gestaltet sich zwar die Gestaltung des Konfliktareals mit entsprechenden Schützengräben, die oft aus der Vogelperspektive gefilmt sind, doch demgegenüber bleibt die Kleidung oft zu sauber, die Gesichter sowieso und auch Verletzungen sind kaum zu verzeichnen.

Ein auffälliges Manko ist der Einsatz minderwertiger CGI, was sich primär anhand einiger Detonationen offenbart. Auch sind sämtliche blutige Einschüsse per Computer gestaltet, was ebenfalls nicht immer sauber ausgefallen ist. Deutlich besser ergeht es den Darstellern, die allesamt überzeugend performen, obgleich hier niemand über Gebühr gefordert wird.

Leider ergeben sich im Verlauf der 90 Minuten Laufzeit (nach 83 Minuten setzt bereits der Abspann ein) nur selten spannende Momente. Hier ist ein Gefangenenaustausch zu erwähnen oder die Suche auf einem Gehöft nach eventuellen Feinden, doch die reinen Grabenkämpfe zeichnen sich kaum durch ein latentes Mitfiebern aus. Hinsichtlich des eher geringen Budgets kann sich der Stoff zwar einigermaßen sehen lassen, doch aufgrund ausbleibender markanter Eigenheiten kommt er zu keiner Zeit über Durchschnitt hinaus.
5 von 10
 

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