Independent-Actionfilm aus Australien (gedreht wurde in der Touristenregion Gold Coast, Queensland; die Produktion selber ist USA), mit zwei Brüdern eines Stars in der Hauptrolle und einem älteren Mann mit namhaftem Ruf in der zusätzlichen Besetzung, als Kundenfang, als willkommene Marketing-Ergänzung. Militärisch gehalten, in kräftigen Farben, in (trotz Produktionsfirmen wie Volition Media Partners, Broken Open Pictures und Highland Film Group) deutlich mehr Aufwand (Budget 18 Mio. USD) als üblich, mit ein wenig Anpeilen an Teilstücke aus Flug durch die Hölle oder BAT-21 – Mitten im Feuer, es geht ursprünglich und hauptsächlich um eine Extraktion, erst eines einzelnen Mannes, dann eines ganzen Teams, dann vom Lone Survivor der Mission:
Bei einem eilig anberaumten Spezialeinsatz in den südlichen Phillipinen werden neben den routinierten US Army Delta Force Team bestehend aus Sergeant Abel [ Luke Hemsworth ], Sergeant Bishop [ Ricky Whittle ] und Master Sergeant John "Sugar" Sweet [ Milo Ventimiglia ] von jetzt auf gleich mit Sergeant JJ "Playboy" Kinney [ Liam Hemsworth ] auch ein junger Air Force TACP (=Tactical Air Control Party) Officer entsendet, der als JTAC (Arbeitstitel, Joint Terminal Attack Controller) Verbindung zum in San Diego stationierten Drohnenpiloten Captain Eddie "Reaper" Grimm [ Russell Crowe ] und dessen Kollegin Staff Sergeant Nia Branson [ Chika Ikogwe ] halten soll.
Rein in die Flieger, weg vom Stützpunkt, ab auf den Boden, in the Land of Bad. Frauen und Kinder von daheim sind geistig und zusätzlich als Erinnerungsstütze oder moralischer Halt als Foto mit anbei, immer ein schlechtes Zeichen, es wird eine Kommunikation versucht, ein Aufbau, im Film wie vom Film, es werden Identifikationen gesucht. Grünstich ist die vorherrschende Farbe, der Wald, die Uniformen natürlich, die allgemeine Gestaltung, der Filter darauf, das soldatische, die Dialoge etwas bemüht, die Charaktere eher gängig als mit Besonderheiten, ein Neuling im Hubschrauber, ein alter Haudegen vor dem Bildschirm, professional work environment, Hemsworth ("Hey, look, I'm in charge of the drone. So if we wind up in a situation and I'm shooting, we got big fucking problems.") spielt wie immer, wie frisch aus Expendables 2 quasi, Crowe ("I am your eyes in the sky and the bringer of doom.") mittlerweile wie John Goodman, er sieht so aus und er hat die Rolle(n) dafür, er geht aber auch tatsächlich in ihr auf.
Parallel wird das erzählt, parallel steigt die Anspannung, die Aufregung ist vorhanden, die Aufmerksamkeit dringend nötig, die Gefahrensituation rasch da, der Aufwand gegeben. Die Mission wird im Laufen vorgestellt, im Heranpirschen durch den Wald, der Text mit Abkürzungen, mit Jargon, mit offenen Fragen und mit mehr Fragestellung. Es geht um Hightech und um das 'menschliche' Element im Krieg, die Unterschiede, die Vor- und Nachteile, die Männer direkt vor Ort und die observierenden Personen Hunderte Kilometer entfernt. Es geht um Meinungen und Fakten, um Diskussionen und Gespräche, die eigentlich angesichts des Momentes unnötig, wie papierraschelnd sind, um einen Perspektivwechsel, der lange angekündigt wird, der Kürzungen vertragen könnte, gerade im Abschluss, der auf Folter und Qual verzichten könnte, der weniger aussagt als erzählt, der auch Nebenschauplätze aufnimmt und wiedergibt. Die Kamera entsprechend nah dran und weit weg, alles in der Übersicht, im Panorama, dann wieder Point-of-View, die verschiedenen Elemente im Blick, eine Mischung aus modern und die altmodische Art, als Actionthriller im kriegerischen Geschehen, "go forth and conquer" das geplante Motto, "Hooah" die Devise, Terror auf der Leinwand, mit finanzieller Sicherheit, mit ordentlich Rumms!, heutzutage eher ungewohnt, eine überraschende Seltenheit.
Der Dschungel tropft und dampft, es beginnt mitten in der Nacht und startet früh im Morgengrauen, der Wald noch feucht, voll Nebel und Tau zugehängt. Das eigentliche Ziel ist größer und konkret, es wird geplant erreicht, dann beginnen die ersten Schwierigkeiten, hier wie dort, eine nach dem anderen, die lokale Miliz ist vor Ort, ein Waffenkäufer mit seinen Handlangern, ein Staudamm mit Brücke und größerem Lager das zu observierende und bald umkämpfte Gebiet. Erst die Beobachtung, dann die Wahrnehmung, dann der Eingriff, der Einschlag einer Bombe, der erste Schusswechsel, eine Falle auch, von der scheinbar sicheren Position mitten ins Gefecht. (Ein)Druck(s)voll ist das gehalten, Explosion und Verzögerung, Schuss und Treffer, Gewehr und RPG, Wirkung und Effekt, Befehl und Ausführung, in Slowmotion und mit reichlich Schmackes zelebriert.
Zwischen Schnelligkeit, Höchsttempo und fast Standgrafiken ist das erste Gemetzel formuliert, eine konkrete physische bis technisch imposante Inszenierung, mal auch eine psychologische Kriegsführung, die beruhigende Stimme im Ohr, die zuvor widersprechenden tödlichen Bilder. Momente der Anspannung werden dargereicht, eine Bedrängnis allerorten, ein unbekanntes Areal mit blutigen Ergüssen, akustisch etwas Vater-Sohn-Beziehung, eine Zwei-Personen-Geschichte: Beide Teilnehmer der Kommunikation sind aus Ohio, einer erwartet ein Kind, einer hat seinen Erzeuger verloren. Hemsworth agiert in der Natur, oft auch in Nachtlandschaften, ein Kampf gegen Verfolger, gegen die Wildnis und die Widrigkeiten, vor riesigen Flammenbällen und anschwellender Detonation, ein “light that shit up and blow it to fuck“ vor prächtiger Dekoration, unterstützt durch Luftangriffe als die Kavallerie, hinter und neben sich zahlreiche Feinde in Formation; Crowe mit Monitor und Mikrofon, mit interner Desinformation und bürokratischen, hierarchischen Streitigkeiten. Die Handlung ist nicht neu, will sie deutlich auch nicht sein, versucht aber ihre Wendungen, Flucht und Gefangenschaft, Befreiung und Begleitung, visuell ein Augenschmaus, souverän auch und konzentriert, inhaltlich mit Bemühungen und auch mal Zähigkeit und Längen, mit konventionellen Feindbildern, mit einer selbsterfüllenden Prophezeiung, mit “repeat“ und “copy“, eine Veränderung der Situationen, ein stetes Erkunden, mal vor und mal zurück, je nach (selbstgefälligen) Order und Befinden.