Review

Hast du keine Kohle auf der Kante, fick nicht mit Cthulus Tante! 

Mit lovecraft'schen Tiefseeschauermärchen kriegt man mich immer. Fast immer, muss ich nun sagen. Denn „Gods of the Deep“ übernimmt sich maßlos und lässt eine charakterlose Forschercrew mit einem Tiefseetauchmobil in eine neue, fremde „Stadt“ auf dem Meeresgrund abtauchen, um schnell den Unmut der dunklen Lebewesen dort auf sich zu ziehen… 

Life Aquatic with Mief Stussu

Einerseits ist mir „Gods of the Deep“ sympathisch. Vom Thema, von seinem beschränkten Raum, von seinem Mut, von ein paar Bildern, Kreaturen, Beleuchtungen, von seiner sich selbst und sein Thema ernst nehmenden Art. Die Darsteller sind auch zumindest passabel. All das lässt mich ihn nicht komplett abstrafen. Dennoch kann ich ihn auch nicht wirklich empfehlen. Oder höchstens nur sehr eingeschränkt für Lovecraft-Hardcore-Fans. Man merkt halt das geringe Budget, die beschränkten Mittel und Ideen, die knappe Laufzeit und die fehlenden Figurenzeichnungen, Monster, physischen Gefahren enorm. Und dann wären da halt noch die Konkurrenz, die Vergleiche, von Blockbustern von heute bis zu Genrekulthits aus den 80ern, die einfach mehr geboten haben. Dagegen ist das hier billig und Schonkost. Atmosphärisch zwischendurch, dann wieder aussehend wie ein x-beliebiger „Stargate“-TV-Ableger aus den 90ern. Das reicht mir dann bei aller Zuneigung und dem Respekt, den ich davor habe, nicht. Wahrscheinlich muss man für lovecraft'schen Sci-Fi-Horror ein gewisses Grundbudget haben, von dem man sich hier einfach noch weit, weit weg befindet. Der IMDB-Note nach könnte man aber einen der schlechtesten Filme der letzten Jahre erwarten - was ebenfalls Humbug ist. Zumindest wenn man kosmischem Unterwasserschleimhorror ein Stück weit zugeneigt ist. Doch selbst dann muss man wie gesagt die Erwartungen maximal runterschrauben. Aus den genannten Gründen.

Fazit: unterwältigender Indie-Lovecraft-Tiefsee-Schnarcher… lieber nochmal „Deep Star Six“ gucken. Oder „Leviathan“. Oder „Underwater“. Oder „Abyss“. Oder „Octalus“. Oder „Dagon“. Die Alternativen sind tief wie der Ozean. Das hier ist nett gemeint, aber schläfrig gemacht. 

Details
Ähnliche Filme