Review

iHaveCNit: Ivo (2024) – Eva Trobisch – Piffl Medien

Deutscher Kinostart: 20.06.2024

gesehen am 12.06.2024 in der Spotlight-Sneak

Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Reihe 6, Platz 12 – 21:00 Uhr

Es ist immer wieder interessant und schön, Filme aus meiner Kinoplanung bereits durch die Sneak meines Vertrauens abdecken zu können – gerade auch, wenn die Monatsplanung bereits sehr vollgeplant und durchgetaktet ist. Und hier konnte ich nun Eva Trobischs Film „Ivo“ sehen, der mir sehr gut gefallen hat.

Ivo ist ambulante, palliative Pflegekraft und täglich mit der Pflege ihrer Klienten beschäftigt. Bis die tiefe Freundschaft zur Klientin Solveigh und die Affäre mit deren Mann Franz angesichts der endgültigen Konsequenz zu einem moralischen Dillema führen wird.

„Ivo“ weckt in mir das Interesse, das Debüt von Eva Trobisch mit „Alles ist gut“ nachzuholen, indem wir in das Innenleben eines weiblichen Vergewaltigungsopfers blicken. Genau wie dort blicken wir in „Ivo“ in das Innenleben einer Palliativpflegerin, deren harter Berufsalltag mit der Endgültigkeit des Lebens nicht nur ein Knochenjob ist, sondern auch mental und emotional bis unter anderem zur distanzierten Kühle führen kann. Gerade hier kann der Film vielleicht in der ein oder anderen Situation nicht ganz den Charakter der von Minna Wündrich großartig gespielten Ivo greifbar und sympathisch wirken lassen, dennoch gibt einem dieser Ansatz ein immersives Gefühl dafür, was diese Arbeit auf mentaler Ebene an Auswirkungen auf die Mitarbeiter haben kann und welchen Einfluss das auch auf das Privatleben hat. Die Inszenierung des Films ist auch sehr bodenständig, lebensnah und fast dokumentarisch, so dass sich vielleicht nicht immer die ganz große Spannung und Emotionalität sowie ein passendes Pacing aufbauen kann. Dennoch ist der Film ein ganz interessanter Einblick geworden, der auch aus privater Sicht für mich nicht ganz uninteressant gewesen ist.

„Ivo“ - My First Look – 8/10 Punkte





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