Ein Fernsehfilm, der aber wie ein Kinofilm gedreht worden ist. Inszenatorisch einwandfrei. Und mit bitterer Handlung. Diese folgt dem Verlauf eines (realen) Mordprozesses, in dem ein Mann beschuldigt wird, seine Ehefrau getötet zu haben. In Rückblenden und untermauert durch Zeugenaussagen, folgt der Zuschauer dem Verlauf der Ehe und dem Verhalten der Eheleute. Dabei kommt so einiges zum Vorschein und unter der Fassade des glücklichen und erfolgreichen Paares gibt es mehr als nur Risse.
Ob er nun wirklich der Täter war oder nicht, das löst der Film nicht auf, wohl aber das Urteil des Gerichts. Da kann sich nin jeder selbst ein Bild machen, ob die Indizien für oder gegen ihn sprechen.
Jörg Schüttauf spielt diesen Herrn Voss wirklich überragend gut. Nach aussen hin ein stets freundlicher und wohltätiger Erfolgsmensch, daheim unterwürfig und ein Versager, dabei noch bankrott. Aber auch Valerie Koch spielt die verletzte Ehefrau umwerfend gut. In der Ehe dominant, aber innerlich zerrissen, tieftraurig und lebensmüde. War der Mord ein inszenierter Selbstmord? Der Film legt diese Möglichkeit nahe, das Gericht im Film als auch in der realen Vorlage sind dieser Theorie jedenfalls nicht gefolgt.
Starkes und überaus realistisches Justizdrama.