Neugier unbedarfter junger Menschen führt regelmäßig dazu, einen Fluch zu aktivieren, um danach von einer unheimlichen Instanz niedergemetzelt zu werden. Ob man dreimal Bloody Mary ruft, das Ouijabrett bemüht oder zweifelhafte Horoskope erstellt. Von den üblichen Formeln weicht auch die Regiearbeit von Spenser Cohen und Anna Halberg kaum ab.
Anlässlich eines Geburtstages mieten sich sieben Jugendliche um Haley eine alte verlassene Villa und finden im Keller eine Box mit Tarotkarten. Einem jeden wird das Horoskop gelegt, doch bereits am folgenden Tag stirbt eine Person unter mysteriösen Umständen…
Bei einem Kreis von sieben potenziellen Opfern ist es sinnvoll, zumindest zwei bis drei Figuren einen kleinen Hintergrund einzuräumen, damit die Gruppe nicht völlig austauschbar daherkommt. So leidet jemand noch unter dem Tod eines nahen Angehörigen, es gibt ein frisch getrenntes Paar und den obligatorischen Spaßmacher, der in prekärer Situation natürlich besonders hysterisch reagiert. Immerhin werden einzelnen Individuen kurze Phasen emotionaler Befindlichkeiten eingeräumt.
Ansonsten verliert der Stoff keine unnötige Zeit und setzt rasch mit dem Ableben diverser Figuren ein, was teilweise mit hübsch bebilderten, durchaus atmosphärischen Momenten einhergeht. Jemand wird unfreiwilliger Part einer Zaubershow mit merkwürdigem Publikum, ein anderer verläuft sich in dem Areal eines isolierten U-Bahn-Traktes und ein Fahrstuhl mit Eigenleben ist auch nicht zu verachten, wenn sich außerhalb dessen eine dehnbare Gestalt aufhält.
Demgegenüber fallen die Ableben gemäß der FSK16 vergleichsweise harmlos aus, da explizite Momente auffallend vermieden werden und lediglich mit Andeutungen gespielt wird.
Die Formen des Dahinsiechens erinnern zwar entfernt an „Final Destination“, doch allzu kreativ geht man im Verlauf nicht vor. Gleiches gilt für den Ursprung des Fluchs, der zwar per Flashback bebildert wird, im Verlauf jedoch nicht allzu viel Sinn ergibt. Auch das Mitmischen eines vermeintlich erfahrenen Charakters treibt die Handlung kaum entscheidend voran, wogegen der Showdown genügend Mummenschanz bietet, um bei Laune zu halten.
Darstellerisch geht die Vorstellung in Ordnung, speziell die langen Finger der dämonischen Gestalt sind effektiv in Szene gesetzt, wogegen einige Schreckmomente mit entsprechender Ankündigung ebenso verpuffen wie die vagen Versuche eingestreuten Humors.
Dennoch kann sich das Endergebnis einigermaßen sehen lassen, welches aufgrund flotten Tempos und handwerklich kompetenter Herangehensweise keine Längen, jedoch auch keine herausragende Spannung entstehen lässt.
6 von 10