Während der klassische Katastrophenfilm in den 70ern seine goldene Ära hatte, kam der Bereich des Tierhorrors, nicht zuletzt durch Spielbergs „Jaws“ hier erst so richtig in Gang.
Jahrzehnte später wird nicht selten versucht, beide Bereiche miteinander zu verknüpfen, was im vorliegenden Fall zu einem kurzweiligen Ergebnis führt.
Der Flug ins Urlaubsparadies von Mexiko endet jäh, als Vögel in der Turbine landen und die Maschine mitten im Pazifik abstürzt. Die Gruppe Überlebender um Gouverneurstochter Ava befindet sich in einer Luftblase, doch der Sauerstoff wird knapp und während das Wrack tiefer ins Meer zu rutschen droht, haben Haie die Witterung einiger Verletzter aufgenommen…
Die Einleitung gestaltet sich angenehm altmodisch, als sich die wesentlichen Figuren am Airport einfinden und mit nur wenigen Momenten recht treffend charakterisiert werden. Leider überleben nicht allzu viele Personen den Absturz, wonach das Zusammenspiel überschaubar und die Reihenfolge eventueller Ableben erahnbar bleibt. Viel bleibt für die Haie ergo nicht übrig, da während des wuchtig inszenierten Absturzes bereits einige Individuen aus dem Flugzeug geschleudert werden.
Wer wasserscheu ist, unter Klaustrophobie leidet und gleichermaßen Angst vor Haien hat, dürfte im Hauptteil mit einigen Problemen zu kämpfen haben, obgleich die Haie vergleichsweise selten zuschlagen. Ohnehin bleiben den Überlebenden nicht viel mehr Optionen, als mithilfe von verstreuten Taucherutensilien irgendwie an die Wasseroberfläche zu gelangen, da Ausharren mit zu wenig Sauerstoff auf Dauer zu langweilig für den Zuschauer wäre.
Zwar geben die wenigen der sieben Figuren individuell nicht allzu viel her, doch Regisseur Claudio Fäh setzt dabei mehr auf ein dynamisches Zusammenspiel, um den Fortschritt mit entscheidenden Aktionen voranzutreiben. Mit einem gebrochenen Arm und einem abgetrennten Unterschenkel spart er zwar insgesamt an Bluteinlagen und die CGI-Haie überzeugen nicht durchweg, doch die ordentliche Ausstattung des Wracks unter Wasser sorgt für eine angemessen beengte Atmosphäre, während die solide geführte Kamera auch mal außerhalb des Wracks eine hilfreiche Übersicht eventueller Rettungsinstanzen liefert.
Zuweilen fühlt man sich ein wenig an „Poseidon Inferno“ erinnert, wenn eine ältere Dame an ihre ehemaligen Erfolge als Taucherin erinnert oder jemand an die Stärke eines jeden einzelnen appelliert. Natürlich mischt hier nicht die Elite Hollywoods mit, doch die Mimen liefern passabel und auch der Score weiß in den entscheidenden Momenten geschickt mit den Streichern zu hantieren.
Insgesamt hätte man ein wenig mehr Unterwasseraction und weniger salbadernde Worte liefern können, doch hinsichtlich des eher geringen Budgets und einem relativ schlicht und weitgehend überraschungsfreien Drehbuch kann sich das Endergebnis durchaus sehen lassen.
Die größtenteils straffe Inszenierung punktet mit der Konzentration aufs Wesentliche und lässt seine Protagonisten weniger irrational als üblich handeln, wodurch der Spannungsgrad nahezu durchweg tauglich bleibt.
6,5 von 10