1985: Das Leben in der irischen Grafschaft Wexford ist von Armut, harter Arbeit und dem Katholizismus geprägt. Bill Furlong arbeitet als Kohlenhändler, um seine Frau Eileen und seine fünf Kinder durchzubringen. Kurz vor Weihnachten liefert er Kohle ans örtliche Nonnenkloster aus und beobachtet dabei die Zwangseinlieferung eines schwangeren Mädchens. Bill, der selbst als uneheliches Kind ohne Vater aufwuchs, kommt gewaltigen Missständen bei den Ordensschwestern auf die Spur. Doch die Behörden und Einwohner des Ortes wagen es nicht, sich gegen die übermächtige Kirche aufzulehnen.
Dieser Streifen wurde von Matt Damon und Ben Affleck mitproduziert. Wie die an so einen kleinen irischen Film kommen, würde mich ja schon mal interessieren oder hat Murphy (ebenfalls Produzent) da seine Finger im Spiel gehabt? Oppenheimer hat ihm sicherlich einige Türen geöffnet.
KLEINE DINGE WIE DIESE ist auch ein kleiner und sehr ruhiger Film, der an manchen Stellen einen Tick zu elegisch gerät. Cilian Murphy spielt die Rolle des Bill Furlong sehr zurückhaltend – fast schon ein bisschen devot, während Emily Watson eine richtig hinterlistige Schwester darstellen darf.
Das Lokalkolorit ist sehr gut eingefangen und auch die damalige Zeit, in der es eben noch kein Internet, Handys und sonstiges gab, wird authentisch präsentiert. Man fühlt sich definitiv ins Jahr 1985 zurückversetzt.
Die Geschichte erinnert ein wenig an SPOTLIGHT, nur dass es da eher um Kindesmissbrauch in der Kirche ging, während hier das Thema Ausbeutung von hilflosen Menschen im Vordergrund steht und die Nonnen ein strenges Regiment führen.
Da diese aber in der kompletten Stadt präsent sind - zum Beispiel die einzige Schule betreiben und auch sonst jede Menge Einfluss auf die Bürger haben, traut sich hier niemand zu widersprechen – egal was die dort hinter den Mauern so treiben.
Ein wenig Schieflage gibt es meiner Meinung nach bei der Einteilung des Films. Denn nimmt man sich anfangs doch sehr viel Zeit die Geschichte des Hauptdarstellers zu erzählen, kommt das Ende dann ziemlich schnell und lässt auch die ein oder andere Frage offen, die man allerdings im Internet nachrecherchieren kann – wenn man das möchte.
Fazit. Ein kleines, ganz ruhiges und minimalistisches Drama ohne jegliche Actionszenen oder gar Thrillerelementen. Die Zielgruppe hierfür ist überschaubar. Wer aber solche Independentstreifen gerne sieht und sich thematisch auch dafür interessiert, liegt hier sicherlich richtig.