kurz angerissen*
In einem früheren Leben muss Alessandro Capone ein Schwamm gewesen sein. Über seinem Regiedebüt presst er jedenfalls so ziemlich alles aus, was er wohl in seiner umfassenden Horrorfilm-Sozialisierung aufgesaugt hat: Hexenverfolgung, Haunted House, Exorzismus, Geisterhorror, Dämonenfilm, Teen-Slasher, hier findet man einfach alles, was das Herz begehrt. Von der ersten Minute an werden so viele Schlüsselbilder aneinandergeklatscht, dass man mit dem Zählen der Referenzen gar nicht mehr nachkommt: Der aufgebrachte Mob mit Fackel und Mistgabel ist ebenso dabei wie das Kind im weißen Kleid, das einen Ball wirft oder der Priester, dem der Wahnsinn in die Augen geschrieben steht. Kein Wunder, dass der Film je nach Land als Fortsetzung von Film x oder Film y vermarktet wurde, irgendwie kommt das alles hin. Man fühlt sich ein wenig wie in einem dieser Fast-Food-Läden, die von Italienisch bis Asiatisch einfach alles im Programm haben. Wie das aber so ist mit diesen Läden: Keines der Gerichte taugt etwas.
Der Anspruch, alles in die Handlung zu packen, was irgendwie cool klingt, führt nämlich zu teils absurden Anschlussfehlern, die durch den äußerst merkwürdigen Schnitt forciert werden. Das beginnt bei Kleinigkeiten wie dem fetten Vielfraß, der bereits im Auto auf dem Weg zur Gruselbude kotzen muss; ein Suspense-Moment, der aber nie aufgelöst wird, denn im nächsten Bild sehen wir das Auto in die Einfahrt einbiegen und wir fragen uns, welcher der Passagiere die Ladung nun abbekommen hat. Es endet beim katastrophalen Character Building, denn im Finale geht es nicht mehr um den Teenie, der anfangs offenbar als Hauptfigur vorgestellt wird, sondern um einen anderen Teenie, der irgendwann mitten im Film plötzlich ohne Ankündigung mit in der Gruppe sitzt. Niemand scheint sich zu fürchten oder auch nur zu wundern, wenn plötzlich ein merkwürdiges Mädchen nachts im Zimmer steht und Ball spielen will und auch wir wundern uns längst nicht mehr, als irgendwann eine Besessene mit laufender Kettensäge aus dem Swimming Pool auftaucht. Oder was sonst so alles Verrücktes passiert, um die Gruppe Halbstarker mit lautem Getöse zu dezimieren.
Auf dem Papier klingt das vielleicht sogar awesome, aber da schaut man sich besser einen Best-Of-Zusammenschnitt der Vorbilder an. Da braucht's dann auch keine Kontinuität, aber dort sind wenigstens die einzelnen Szenen tadellos gemacht.