Review

Ein junges Mädchen baut während ihrer Kindheit ein inniges Verhältnis zu Spinnen auf mit tödlichen Folgen für die verhasste Mutter. Erst mal auf den Geschmack gekommen, lässt das Mädchen fortan des Öfteren die Spinnen tanzen, wenn ihr jemand quer kommt.

Die Geschichte rund um das Mädchen mit ihrer Liebe zu den Achtbeinern, die sie auf freche Mitmenschen ansetzt, ist überschaulich ausgefallen. So läuft das Ganze nach folgendem Schema ab: Jemand spielt dem Mädel übel mit (z.B. hasst Muttern die Spinnen, geht fremd und will den Ehegatten auslöschen oder ein Verehrer rückt ihr zu sehr auf die Pelle) und dieser jemand kriegt dann Besuch von den Spinnen. Dazwischen gibt es noch Füllwerk wie minimale Ermittlungsarbeit seitens des Onkels, der sich ebenfalls in das Mädchen verguckt hat und das Ganze mündet in einem bösen Finale. Dieser Plot reicht trotz der kurzen Laufzeit des Films von gerade mal 80 Minuten freilich nicht für durchgängige Unterhaltung beim Zuschauer und so fallen einige Szenen und vor allem der an sich nicht verkehrte Schluss ziemlich langatmig aus, wobei dies bei letzterem besonders durch das ständige "Susan" nicht einer gewissen Komik entbehrt.
Zu den Spinnenauftritten ist zu sagen, dass Cover und Titel beim Konsumenten falsche Erwartungen erwecken könnten, denn küssen bzw. beißen tun die Taranteln in diesem Film niemanden. So krabbeln die Krabbler lediglich auf ihren Kontahenten herum, was diese auffallend spät bemerken und dann zu heftigen Panikattacken mit tödlichen Folgen in Form von Herzinfarkt oder Erstickung durch Flucht in engste Stellen führt. Daher sind diese Szenen ein zweischneidiges Schwert, denn das Geschehen ist so überzogen, dass man es nicht ernst nehmen kann, aber athmosphärisch wird ein dichte Horrorstimmung vor allem durch den dunklen Look und die gruseligen Musikklänge erzeugt.
Auch bei den Schauspielern gibt es Gutes und Schlechtes zu beobachten. So überzeugt die Hauptdarstellerin des Spinnenmädchens auf ganzer Linie, die meisten anderen Akteure wie z.B. Vatern und Onkel liegen im okayen Bereich und die Mutter und eine junge Frau versemmeln ihren Part in den Panikszenen aufs Derbste und rechtfertigen damit allein schon einen Platz in der cmv Trash Collection.

Insgesamt bietet "Der Kuss der Tarantel" unfreiwilligen Humor verpackt in stimmiger Horrorathmosphäre mit Längen. Tierhorrorfans sollten eher nochmal den thematisch ähnlichen "Willard" auflegen, aber Trashfans können hier einiges entdecken.

Details
Ähnliche Filme