Review

Obgleich bekannte Namen im Cast fehlen, wäre ein Projekt dieser Form in den vergangenen Dekaden womöglich zum Klassiker gereift. Doch inzwischen liegen die Tendenzen beim Slasher ein wenig anders, häufig werden andere Subgenre eingebunden, weshalb man hier versucht, paranormale Begebenheiten einzuflechten, was leider nicht konsequent verfolgt wird.

Schüler Javier ist an seiner Schule ein Außenseiter, weshalb er regelmäßig gemobbt wird. Als er dabei eines Tages die Treppe herunterstürzt, kann er danach bei Berührung von Menschen oder deren Gegenständen Vergangenheit und Zukunft bruchstückhaft wahrnehmen. Als sich ein tödlicher Unfall ereignet. scheint dies erst der Anfang einer Reihe merkwürdiger Ableben zu sein…

Nach dem ersten Dahinsiechen in einer Schwimmhalle folgt erst einmal lange Zeit nichts und lediglich die Anwesenheit einer maskierten Gestalt in schwarzer Kleidung lässt darauf schließen, dass der Killer bereits aufmerksame Beobachtungen anstellt. Immerhin wird Javier sympathisch eingeführt und gemeinsam mit seiner einzigen Freundin Bianca bilden sie ein schlagfertiges Team. Der Humor zündet eher innerhalb einiger Dialoge und beruht auf Gegensätzen der Hauptfiguren, während zahlreiche Referenzen bemüht werden.

Diesbezüglich macht es sich Langfilmdebütantin Clare Cooney ein wenig einfach. Die Sache mit den Berührungen und Visionen stammt aus Stephen Kings „Dead Zone“, - also erstmal erwähnen. Rache an ungeliebten Mitschülern kam in „Carrie“ vor, - auch mal kurz nennen. Und weil es im Endeffekt um einen unbekannten Killer geht, werden zwischenzeitlich auch „Scream“, „Psycho“ und weitere Düsterfilme ins Spiel gebracht. Allzu kreativ fallen derartige Zuordnungen nicht aus.

Immerhin schreitet der vermummte Schlächter irgendwann zur Tat, doch allzu blutig oder gar kreativ fallen dessen Handlungen nicht aus, zumal die Zahl der Opfer überraschend überschaubar bleibt. Auch das obligatorische Whodunit fällt nicht sonderlich anspruchsvoll aus, da man bereits im Vorfeld zahlreiche Motive und eventuelle Beweggründe zusammenfassen kann und rasch auf eine Lösung kommt.

Alles andere ist leider nicht mehr als konventioneller Standard. Die darstellerischen Leistungen gehen zwar in Ordnung, doch der Schauplatz der Schule wird kaum ausreichend genutzt, der Score fällt fast gar nicht auf und in Sachen Timing hakt es selbst beim etwas temporeicheren Showdown ein wenig.
Ist ein typischer, nicht unsympathischer Genrestreifen, welcher jenen Fans partiell entgegen kommt, doch auch einer, der aufgrund ausbleibender Alleinstellungsmerkmale rasch vergessen sein dürfte.
5 von 10

Details
Ähnliche Filme